LEBEN

Alle im grünen Bereich

Ernährung Vegan ist der Megatrend des Jahrzehnts. Raus aus der Körnerfresserecke, hin zu schick, edel und teuer.

HOT THING Der Zü­ri­cher Tier­freiklub „Hiltl“ er­öff­ne­te An­fang März ein neu­es Re­stau­rant – und alle gin­gen hin

Es gibt Lä­den, die ge­ra­de al­les rich­tig ma­chen, weil sie den Nerv der Zeit tref­fen. Das „Dalu­ma“ in Ber­lin-Mit­te ist so ei­ner, Hot­spot der Er­näh­rungs­be­flis­se­nen der Haupt­stadt. Hell, licht, an der Wand grü­ne Fe­dern, Ho­cker von Ai Wei­wei. Ge­sun­des to go gibt es hier, viel Roh­kost, al­les ve­gan – bun­te Smoot­hies wie „Wheat Tre­at“, ein Mix aus Fen­chel, Oran­ge, Ing­wer, Blau­al­ge, Wei­zen­gras und Ko­koss­taub. Hät­te man frü­her nie frei­wil­lig zu­sam­men­ge­kippt. Jetzt muss man es ein­fach pro­bie­ren. Gra­sig, scharf – kickt das Im­mun­sys­tem nach vorn. Auf der Kar­te ste­hen Ge­rich­te wie Chia-Pud­ding mit AÇaí-Bee­ren, Qui­noa mit Gra­nat­ap­fel-Ta­hi­na-Top­ping und Be­lu­ga-Lin­sen mit Li­mo­ne, Spros­sen und wei­ßem Ret­tich. Klingt al­les ziem­lich fan­cy, auch wenn man manch­mal gar nicht weiß, was es ist. Egal. Wer das „Dalu­ma“ ver­lässt, fühlt sich ge­sund, bes­ser, ir­gend­wie auf der rich­ti­gen Sei­te.

Nächs­ter Halt: „The Bowl“, wie­der Ber­lin, dies­mal Fried­richs­hain. Hier es­sen die Gu­ten, und zwar sau­ber. Cle­an-Ea­ting heißt der Trend: we­ni­ge Zu­ta­ten, frisch, un­be­han­delt, ohne Aro­ma- und Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, meist ve­gan. Die Frau­en­dich­te ist hoch. Eine hat 269 auf den Arm tä­to­wiert. Die Num­mer des Kalbs, das is­rae­li­sche Ak­ti­vis­ten 2013 vor der Schlach­tung ret­te­ten. Es wur­de zum Sym­bol für Mit­ge­fühl. „Spi­ri­tu­al“ steht in neon­blau­er Schrift an der Wand. Die Süß­kar­tof­fel-Pom­mes mit Chi­li sind über­ra­schend le­cker.

Und dann: Das „Hiltl“, der ers­te pelz­freie Klub Eu­ro­pas, mit­ten in Zü­rich. Mit Fuchs­schwanz­ka­pu­ze kommt man nicht rein, hier wird tier­leid­frei ge­fei­ert. Frü­her als Wur­zel­bun­ker ver­schrien, amü­sie­ren sich in­zwi­schen die jun­gen Rei­chen der Stadt im äl­tes­ten ve­ge­ta­ri­schen Re­stau­rant, er­öff­net 1898 als „Ve­ge­ta­rier­heim und Ab­sti­nenz-Café“. Heu­te isst man im „Hiltl“ Cris­py Tofu mit Man­go-Ap­fel-Chut­ney, gut für den Kör­per, das Kar­ma, das Kli­ma. War­um nicht kurz die Welt ret­ten, wen­n's schmeckt?

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2016.