Marketing

Das Messias-Syndrom

Marketing Auf Twitter & Co. trommeln Gründer und CEOs fürs eigene Ich. Kluge PR oder Banalitäten für Millionen – die Grenzen fließen, nur die Reichweite ist hart.

Grün­de, lebe, pos­te Ri­chard Bran­son, Un­ter­neh­mer, Twit­ter-Guru und Ro­chen­fan, in der Ka­ri­bik

Die Son­ne strahlt auf die Ca­yman-In­seln her­ab, und das Ther­mo­me­ter be­wegt sich in den be­hag­li­chen End­zwan­zi­gern, als Ri­chard Bran­son, Vir­gin-Mas­kott­chen und bei Twit­ter ver­ehr­ter Sprü­che­klop­fer, eine sei­ner Lieb­lings­sen­ten­zen eine Spur zu wört­lich nimmt. „Don't was­te your time do­ing things that don't ex­ci­te you“ – das ist ei­ner sei­ner Ever­greens, und die­ser 10. Fe­bru­ar hält für Bran­son tat­säch­lich eine Men­ge Auf­re­gung be­reit.

In­mit­ten ei­nes Schwarms statt­li­cher Sta­chel­ro­chen schnor­chelt der Vor­zei­ge­un­ter­neh­mer über Ko­ral­len­rif­fe, als ei­ner der Flach­fi­sche ihn in den Arm beißt. Von ei­nem Ro­chen er­wischt zu wer­den soll sie­ben Jah­re Glück brin­gen, doch für den Vir­gin-Grün­der ("Don't ac­cept ac­cep­ted thin­king") macht das Schick­sal eine Aus­nah­me: Bei dem Ver­such, ein Ge­schenk für sei­ne Frau Joan zu er­wer­ben, rennt er we­nig spä­ter ge­gen eine ku­gel­si­che­re Glas­tür. Die Wun­de über dem lin­ken Auge muss mit drei Sti­chen ge­näht wer­den. Tut weh, ist pein­lich, aber die Haupt­sa­che war doch: „Ich lä­chel­te noch.“

Denn die Pech­sträh­ne hat­te auch ihr Gu­tes: Bran­son wäre nicht Bran­son, hät­te er nicht post­wen­dend auf Twit­ter da­von be­rich­tet, in lau­ni­gem Ton und mit de­tail­schar­fen Fo­tos. Die So­ci­al-Me­dia-Ge­mein­de war be­geis­tert, Ro­chen und Glas­tür schaff­ten es bis in die bri­ti­schen Zei­tun­gen. Bran­sons Twit­ter-Stra­te­gie ("You've just got to be in it to win it") hat­te sich aus­ge­zahlt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2016.