Unternehmen

König der Krawallerie

Gewerkschaften Ob RWE oder Deutsche Bank: Verdi-Chef Frank Bsirske ist die Schlüsselfigur beim Umbau vieler Konzerne. Und oft der große Verhinderer.

Der Tag der Ent­schei­dung, ein war­mer Ju­ni­mitt­woch mit Ge­wit­ter- und Wind­ho­sen­ge­fahr, ist der Tag der Ak­tio­nä­re. 2500 Eon-An­le­ger be­fin­den in der Es­se­ner Gru­ga­hal­le über das Schick­sal des größ­ten deut­schen En­er­gie­kon­zerns Eon. Vor­stands­chef Jo­han­nes Teyssen (56) braucht die Zu­stim­mung von drei Vier­teln des Ka­pi­tals für die Auf­spal­tung des eins­ti­gen Rie­sen in eine grü­ne, auf Ge­schäf­te mit der En­er­gie­wen­de fi­xier­te Eon und eine Fir­ma na­mens Uni­per, die sich mit ko­mat­ö­sen Koh­le- und Gas­kraft­wer­ken plagt. Eine Tren­nung in Zu­kunft und Ver­gan­gen­heit – das ist die Kern­fra­ge, die zu vor­ge­rück­ter Stun­de 99,68 Pro­zent der Eon-Eig­ner mit Ja be­ant­wor­ten.

Ein Mann ist heu­te nicht an­we­send und trotz­dem ge­gen­wär­tig: Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke (64). Sein Ge­sand­ter An­dre­as Scheidt (51), als Mit­glied des Bun­des­vor­stands ers­ter Be­fehls­emp­fän­ger des Ar­bei­ter­füh­rers, sitzt als Eon-Auf­sichts­rats­vi­ze auf dem Po­di­um, rutscht ge­le­gent­lich un­ru­hig hin und her, stützt den Kopf in die lin­ke Hand, als wö­gen die Ge­dan­ken heu­te be­son­ders schwer.

Von ihm und Bsirs­ke hängt viel ab in den kom­men­den Mo­na­ten in der Kri­sen­bran­che En­er­gie. Die Not lei­den­de Kraft­werks­ge­sell­schaft Uni­per hat ei­nen Spar­kurs an­ge­droht, es geht auch an die in sol­chen Fäl­len gern her­bei­ge­lock­ten „hei­li­gen Kühe“. Ver­di kann sich auf um­fas­sen­de Schutz­re­geln be­ru­fen und das Schlach­ten sehr teu­er ma­chen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2016.