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Meldung nach München

Drive Now Protokolliert BMW die Fahrtouren seiner Carsharing-Nutzer? Darauf deutet ein Prozess hin.

Neu­gie­rig Ein BMW i3 von Dri­ve Now auf Groß­stadt­tour

Köln, 10. Juli 2015. Ar­man J. rast durch die In­nen­stadt, be­schleu­nigt sei­nen wei­ßen 1er-BMW auf bis zu 109 Ki­lo­me­ter pro Stun­de. Es ist warm, der 27-Jäh­ri­ge will spä­ter noch fei­ern. Hin­ter ihm fah­ren Kum­pels in ei­nem Mini-Ca­brio. Doch an ei­ner Kreu­zung wird aus Un­sinn ein Un­fall. J. tou­chiert ei­nen wei­te­ren Mini und schleu­dert in Gi­an­lu­ca D., ei­nen Rad­fah­rer, der spä­ter an den Ver­let­zun­gen stirbt. „Das war Ha­ra­ki­ri“, kom­men­tier­te das Land­ge­richt Köln und ver­ur­teil­te J. im Mai zu 33 Mo­na­ten Ge­fäng­nis.

Der Tat­her­gang ließ sich prä­zi­se nach­voll­zie­hen, BWL-Stu­dent J. konn­te sich kaum her­aus­re­den. Auf­klä­rungs­ge­hil­fe der Be­hör­den war aus­ge­rech­net BMW. Ar­man und sei­ne Kum­pels hat­ten die Au­tos beim Car­sha­ring-Dienst Dri­ve Now ge­mie­tet, ein Joint Ven­ture von Sixt und BMW.

Eine ers­te An­fra­ge der Staats­an­walt­schaft Köln ließ der Au­to­bau­er un­be­ant­wor­tet, erst als die Rich­ter dräng­ten, ver­sorg­te er die Kam­mer doch noch mit Da­ten. Da­durch war dem Ge­richt die ex­ak­te Re­kon­struk­ti­on der To­des­tour in­klu­si­ve ge­fah­re­ner Ge­schwin­dig­kei­ten mög­lich – BMW lie­fer­te an­schei­nend die Grund­la­gen für ein Be­we­gungs­pro­fil.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2016.