LEBEN

Der Sand und der Kies

Sylt Ursprüngliche Natur, heile Welt und High Society haben die Nordseeinsel zum Sommercamp der deutschen Wirtschaftselite gemacht. Nun frisst sich der ganze Reichtum selbst, bedroht die teuer erkaufte
Idylle. Wird die Sandburg des Kapitalismus vom eigenen Erfolg weggespült?

Out­door-Lu­xus Zu­schau­er mit Ver­pfle­gung und Be­glei­tung bei den „Be­ren­berg Ger­man Polo Mas­ters“ in Keit­um

Wenn schon nach Sylt, dann rich­tig. Ralph Dom­mer­muth (52), 1&1-Grün­der aus dem Wes­ter­wald und in­zwi­schen rund vier Mil­li­ar­den schwer, hat sich auf der Nord­see­insel ein Haus ge­kauft. Ei­ner wie Dom­mer­muth will nicht ir­gend­wo woh­nen, son­dern in bes­ter Ge­sell­schaft, sprich di­rek­ter Nach­bar­schaft zu den Ha­ni­els, Her­zens, Ot­tos, Mie­les und Por­sches – al­les Un­ter­neh­mer auf Höhe sei­nes Kon­to­stands und dar­über. Und da­für muss man auf Sylt, coû­te que coû­te, nun mal die­se eine Adres­se an­steu­ern, wo kein Name die Klin­gel­schil­der ziert: den Ho­boo­ken-Weg in Kam­pen, Deutsch­lands teu­ers­te Sack­gas­se.

Mehr als 20 Mil­lio­nen Euro mach­te Dom­mer­muth für sein Haus dort lo­cker, nur der An­schaf­fungs­preis, ver­steht sich. Den My­thos ga­b's gra­tis oben­drauf: al­ler­bes­te Watt­la­ge, Denk­mal­schutz, einst im Be­sitz von Axel Cä­sar Sprin­ger, noch frü­her be­wohnt von Ver­le­ger Pe­ter Suhr­kamp. Für His­to­rie ist also ge­sorgt in die­ser ent­wur­zel­ten Zeit.

Al­lein: Der Platz war knapp. Und weil es nun mal kei­ne Ge­neh­mi­gun­gen für die ho­ri­zon­ta­le Er­wei­te­rung des Klein­ods gibt, das wie die gan­ze In­sel un­ter stren­gem Na­tur­schutz steht, mar­schier­te der En­tre­pre­neur eben in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung vor: Die ganz oben schaf­fen sich ein Sylt ganz un­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2016.