LEBEN

Globale Nomaden

Extrempendler Manche Manager reisen ständig zwischen Kontinenten hin und her, weil der Job dort und die Familie hier ist. Wie überlebt man eine solche Tortur?

Der Mann, der da am frü­hen Sams­tag­mor­gen aus Shang­hai ge­lan­det ist, sieht ir­gend­wie ver­däch­tig aus. Der deut­sche Zoll­be­am­te am Frank­fur­ter Flug­ha­fen fischt ihn aus der Trau­be der Rei­sen­den her­aus. Das hät­te er sich spa­ren kön­nen: Bil­gin Gün­gör­müs' (42) Kof­fer ist fast leer. Der Schwa­be mit den tür­ki­schen Wur­zeln grinst den ver­dutz­ten Be­am­ten an: „Den fül­le ich mit mei­nen Wo­chen­end­ein­käu­fen auf.“ Mit Wa­ren von Aldi und mit sei­ner ge­lieb­ten Su­cuk, der tür­ki­schen Knob­lauch­wurst. Denn am Mon­tag fliegt Gün­gör­müs schon wie­der zu­rück nach Shang­hai.

Gün­gör­müs' Frau und Kind le­ben in Kiel, die El­tern im schwä­bi­schen Welz­heim, er ar­bei­tet seit Jah­ren in Shang­hai für den Ver­si­che­rungs­kon­zern Al­li­anz, als Head of In­ter­na­tio­nal Busi­ness. Kiel, Welz­heim, Shang­hai – in die­sem Drei­eck zwi­schen der ganz gro­ßen und der ganz klei­nen Welt be­wegt sich der Ma­na­ger.

Gün­gör­müs ist ei­ner je­ner No­ma­den, die ih­ren dau­ern­den Be­we­gungs­drang der Glo­ba­li­sie­rung zu ver­dan­ken ha­ben. Sie pen­deln nicht täg­lich mit Auto, Bus oder Bahn von da­heim ins Büro, sie flie­gen – oft mehr­mals im Mo­nat, Tau­sen­de von Ki­lo­me­tern zwi­schen den Kon­ti­nen­ten, weil sie in Eu­ro­pa le­ben und in Asi­en, Afri­ka oder Ame­ri­ka ar­bei­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 8/2016.