EDITORIAL

Der Traum von einem deutschen Google

STEF­FEN KLUS­MANN Chef­re­dak­teur

„DS“ HAT­TE SICH MAR­CO BÖRRIES frü­her im­mer auf sei­ne Au­to­kenn­zei­chen stan­zen las­sen, DS für Deut­sche Soft­ware. Der Mann ist ei­ner die­ser Un­ter­neh­mer, die es in Deutsch­land ei­gent­lich gar nicht gibt: Mit 16 in Lü­ne­burg die Schu­le ge­schmis­sen, eine Soft­ware­bu­de ge­grün­det, die an die Si­li­con-Val­ley-Le­gen­de Sun Mi­cro­sys­tems ver­kauft, die nächs­te ge­grün­det, an Yahoo ver­kauft, dort zum Star­ma­na­ger auf­ge­stie­gen, ge­kün­digt und zu­rück nach Ham­burg. Acht Jah­re war er da­nach ab­ge­taucht, um eine neue Idee aus­zu­brü­ten. Eine Lö­sung, die Aber­mil­lio­nen klei­ne Be­trie­be und Händ­ler da­vor ret­ten soll, von der Di­gi­ta­li­sie­rung weg­ge­spült zu wer­den. Her­aus kam eine Platt­form, die die Stär­ken von Goog­le, App­le und Ama­zon ver­eint und ei­ni­ge der pro­mi­nen­tes­ten Tech­in­ves­to­ren über­zeugt hat, ein­zu­stei­gen. Mei­nem Kol­le­gen Phil­ipp Al­va­res hat Bör­ries tie­fe Ein­bli­cke in sei­nen Schlacht­plan ge­währt, fünf Stun­den lang hat er Pro­to­ty­pen ge­zeigt, ge­re­det, auf­ge­malt (Wehe, ei­ner wischt sei­ne Whi­te­boards sau­ber!). En­fo­re, so heißt das neue Baby, habe das Po­ten­zi­al zum Welt­kon­zern, glaubt Bör­ries. Das kann man als grö­ßen­wahn­sin­nig ab­tun (ty­pisch deutsch) oder „gre­at“ fin­den (ty­pisch ame­ri­ka­nisch). Die Ti­tel­ge­schich­te le­sen Sie ab hier.

WER AUF­SICHTSRÄTE FRAGT, wie ihre Ide­al­be­set­zung für den CEO-Pos­ten aus­sieht, hört oft den­sel­ben Na­men: Kas­per Ror­sted. Der Däne, der bei Adi­das ei­nen ful­mi­nan­ten Start hin­ge­legt hat, ist in vie­ler­lei Hin­sicht be­son­ders: Er fin­det sich in den un­ter­schied­lichs­ten Bran­chen zu­recht, nimmt bei sei­nen Wech­seln nie Ver­trau­te mit, steu­ert sei­ne Füh­rungs­rie­ge knall­hart nach Zah­len und geht früh­mor­gens (6.15 Uhr) als Ers­tes ins fir­men­ei­ge­ne Fit­ness­stu­dio. Mei­nem Kol­le­gen Chris­toph Neß­hö­ver und mir hat er er­zählt, wie er sei­ne Rol­le als Vor­stands­chef ver­steht, was er sich zu­traut und was nicht. Bei Volks­wa­gen und Deut­scher Bank kön­nen die Chefs be­ru­higt sein. Das, so meint Ror­sted, wä­ren nicht die rich­ti­gen Jobs für ihn – ab hier.

AN­TO­NELLA MEI-POCHT­LER GILT ALS STAR in der Be­ra­ter­sze­ne. Mit 31 hat­te die heu­te 59-Jäh­ri­ge be­reits Part­ner­sta­tus bei der Bos­ton Con­sul­ting Group er­langt; auch ein viel be­ach­te­tes Ma­nage­ment­buch schrieb sie. Seit 2014 führt Mei-Pocht­ler, die sich gern als Al­les­kön­ne­rin in­sze­niert, auch den Auf­sichts­rat des Strumpf­ho­sen­her­stel­lers Wol­ford. Doch der Job ging gründ­lich schief. Die ös­ter­rei­chi­sche Lu­xus­fir­ma schreibt der­art hohe Ver­lus­te, dass sie nun eine Ka­pi­tal­er­hö­hung zum Über­le­ben braucht. Vor we­ni­gen Wo­chen leg­te Mei-Pocht­ler ihr Amt in Bre­genz nie­der. War­um sie Ende des Jah­res als BCG-Part­ne­rin auf­hö­ren muss, hat Ur­su­la Schwar­zer her­aus­ge­fun­den. Die Ge­schich­te „Lauf­ma­schen“ le­sen Sie ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2017.