NAMEN UND NACHRICHTEN

Neue Aufmüpfigkeit

DEUTSCHE BÖRSE Aufsichtsratschef Joachim Faber verliert an Rückhalt im Kontrollgremium.

SEI­NE KOL­LE­GEN DÜPIERT Ober­auf­se­her Joa­chim Fa­ber

Joa­chim Fa­ber (67) hat es ver­mas­selt, und zwar gründ­lich. Zu­erst woll­te der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de der Deut­schen Bör­se das Herz des Frank­fur­ter Fi­nanz­markts nach Lon­don trans­plan­tie­ren. An­schlie­ßend schnür­te er sei­nem Kon­zern­chef ein Ge­halts­pa­ket, das erst die Frank­fur­ter Staats­an­wäl­te zu Er­mitt­lun­gen ani­mier­te und da­nach die Fi­nanz­auf­se­her dazu pro­vo­zier­te, die cha­rak­ter­li­che Eig­nung Cars­ten Ken­ge­ters (50) ei­ner ein­ge­hen­den Prü­fung zu un­ter­zie­hen. Und am Ende wol­len nicht mal mehr die Ak­tio­närs­ver­tre­ter im Auf­sichts­rat spu­ren.

Dass Vor­stand und Auf­sichts­rat sich Mit­te Sep­tem­ber dazu durch­ran­gen, die von der Staats­an­walt­schaft ge­for­der­te Sum­me von 10,5 Mil­lio­nen Euro zu zah­len, min­dert Fa­bers Elend nur un­we­sent­lich. Mit der Geld­bu­ße kauft sich das Un­ter­neh­men le­dig­lich von den Vor­wür­fen des In­si­der­han­dels und der Kurs­ma­ni­pu­la­ti­on frei. Das Ver­fah­ren ge­gen Ken­ge­ter selbst läuft wei­ter, auch wenn in der Ad-hoc-Mel­dung des Kon­zerns zu le­sen ist, dass eine Ein­stel­lung ge­gen Auf­la­gen er­war­tet wird.

Die Zeit drängt. Fa­ber will den Ende März 2018 en­den­den Ver­trag sei­nes CEOs un­be­dingt ver­län­gern. Doch das bleibt ein Ding der Un­mög­lich­keit, so­lan­ge er we­der die Auf­la­gen kennt, un­ter de­nen die Staats­an­wäl­te den Fall zu den Ak­ten le­gen wol­len, noch das Re­sul­tat des Cha­rak­ter­tests, den die hes­si­sche Bör­sen­auf­sicht in Wies­ba­den und das Bun­des­amt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht in Ber­lin an­ge­kün­digt ha­ben. Fa­ber muss da­mit rech­nen, dass die Be­hör­den ihr Vo­tum so lan­ge hin­aus­zö­gern, bis Ken­ge­ter gar nichts mehr an­de­res üb­rig bleibt, als zu­rück­zu­tre­ten.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2017.