UNTERNEHMEN

IM TAL DES TODES

MISSMANAGEMENT Gedopt von billigen Krediten, pumpte sich der Pillendiscounter Teva zur Nummer eins auf. Nun drohen die Israelis unter ihren Schulden zusammenzubrechen. Gerade die Gesundheitsbranche ist anfällig für derlei Geschichten.

WÜSTES KLI­MA Mit Fa­bri­ken wie der Mus­ter­an­la­ge bei Je­ru­sa­lem be­glückt der Teva-Kon­zern die Welt mit bil­li­gen Ko­pi­en eins­ti­ger Hoch­preis­pil­len. Jetzt trock­net der Nach­schub aus.

Ein Dach, durch das es frü­her manch­mal hin­ein­reg­ne­te. Klei­ne Koch­ni­schen, aus de­nen sich der Ge­ruch von Es­sen auf den Flu­ren ver­brei­tet. Ma­na­ger in Baum­woll­ho­sen und Po­lo­shirts. Zu­sam­men­ge­pfercht in ei­nem zwei­stö­cki­gen Be­ton­klotz aus den 60er Jah­ren des vo­ri­gen Jahr­hun­derts. Mit­ten­drin im wild wu­chern­den In­dus­trie­ge­biet von Petach Tik­va, eine hal­be Au­to­stun­de von Tel Aviv ent­fernt. Die Zen­tra­le des Teva-Kon­zerns, der glo­ba­len Num­mer eins der Ge­ne­ri­ka­in­dus­trie, hat mehr von ei­nem Kib­buz als von ei­nem Un­ter­neh­mens­sitz.

Die os­ten­ta­tiv zur Schau ge­stell­te Schmuck­lo­sig­keit ge­hört zur Selbst­in­sze­nie­rung des Pil­len­dis­coun­ters, der sich mit Ko­pi­en einst­mals pa­tent­ge­schütz­ter Me­di­ka­men­te in den Top Ten der welt­wei­ten Phar­ma­kon­zer­ne fest­ge­bis­sen hat. Ge­nau­so wie die sorg­fäl­tig her­aus­ge­stell­te Ver­knüp­fung der Fir­men­kul­tur mit dem Grün­dungs­my­thos des mo­der­nen Is­ra­el. Ähn­lich wie die jun­ge Na­ti­on die ara­bi­sche Über­macht be­zwang, brach das Un­ter­neh­men in die Pha­lanx der glo­ba­len Kon­kur­ren­ten ein.

Für knapp 80 Mil­li­ar­den Dol­lar kauf­te sich die Teva-Füh­rung in den ver­gan­ge­nen bei­den De­ka­den ein glo­bal ver­streu­tes Im­pe­ri­um zu­sam­men, dar­un­ter die deut­sche Tra­di­ti­ons­adres­se Ra­tio­pharm, mul­ti­pli­zier­te den Um­satz um den Fak­tor zwölf, den Ge­winn um das Neun­fa­che und stei­ger­te den Ak­ti­en­kurs um bis zu 700 Pro­zent.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2017.