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GEKAUFTE GRÖSSE

INVESTORS' DARLING Vor allem Übernahmen treiben das Wachstum, doch zwei Drittel aller Dax-Werte verschweigen das in ihren Bilanzen. Mercks Finanzchef Marcus Kuhnert macht es besser – aus gutem Grund.

Neben dem Vor­stands­ge­bäu­de von Merck im Darm­städ­ter Nor­den ra­gen me­ter­ho­he Ei­sen­stan­gen aus dem Bo­den: das Über­bleib­sel ei­ner Tank­stel­le, die der­zeit ab­ge­ris­sen wird. Die glä­ser­ne Py­ra­mi­de, Lieb­lings­ob­jekt ei­nes längst pen­sio­nier­ten CEOs, ist be­reits weg. Übe­r­all auf dem stadt­teil­gro­ßen In­dus­trie­kom­plex wird de­mo­liert, ge­bag­gert und ge­häm­mert – für das ge­plan­te In­no­va­ti­ons­zen­trum. Von sei­nem Fens­ter aus blickt Fi­nanz­vor­stand Mar­cus Kuh­nert auf eine gi­gan­ti­sche Bau­stel­le.

Viel Neu­es soll wer­den, fer­tig ist noch nichts: So könn­te man auch Mercks drei Spar­ten be­schrei­ben. Die Nach­rich­ten in den vie­len Map­pen auf Kuh­nerts Schreib­tisch über das Ge­schäft mit La­bo­raus­rüs­tun­gen und das mit Me­di­ka­men­ten wa­ren zu­letzt gar nicht schlecht. Al­lein die Er­war­tun­gen an die drit­te Spar­te, die Flüs­sig­kris­tal­le für TV, Com­pu­ter- und Smart­pho­ne­bild­schir­me her­stellt, hat der CFO zu­letzt ent­täuscht, we­gen der har­ten Kon­kur­renz in Chi­na. Der Ak­ti­en­kurs ist seit Mai um fast 20 Pro­zent ge­brö­ckelt.

Wenn sie ge­nau hin­ge­se­hen hät­ten, wäre den In­ves­to­ren auf­ge­fal­len, dass das ra­san­te Um­satz­wachs­tum im ver­gan­ge­nen Jahr (plus 17 Pro­zent) vor al­lem der Über­nah­me des US-La­bo­raus­rüs­ters Sig­ma-Ald­rich zu ver­dan­ken war. Or­ga­nisch wuchs Merck nur um 3,2 Pro­zent.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2017.