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WÄHRUNGSUNION Emmanuel Macrons Frankreich drückt aufs Tempo, aber die Deutschen drohen den dringend nötigen Aufbruch zu vermasseln. Das könnte sie noch teuer zu stehen kommen.

Frei­tag­abend, 8. Sep­tem­ber, Évian-les-Bains. Ein klei­ner Kon­voi grau­er Vans fährt ge­gen halb acht im Park des Fünf­ster­ne­resorts „Roy­al“ vor. Em­ma­nu­el Ma­cron ist spät dran, noch am Mor­gen war er in Athen, gleich Sams­tag­früh wird er im Kri­sen­stab in Pa­ris er­war­tet. Hur­ri­kan Irma hat Frank­reichs Ka­ri­bik­in­seln in Trüm­mer ge­legt, wei­te­re Stür­me zie­hen dort auf.

Aber auf die Vi­si­te im Grand­ho­tel über dem Gen­fer See ver­zich­tet der neue Prä­si­dent trotz­dem nicht. Évian ist so et­was wie das deutsch-fran­zö­si­sche „Mini-Da­vos“, seit 1991 ver­sam­meln sich dort je­den Herbst für ein Wo­chen­en­de die mäch­tigs­ten Ma­na­ger aus bei­den Län­dern. Kei­ne Par­tys, kei­ne Me­di­en, kein Jet­set – nur kon­zen­trier­ter Aus­tausch im al­ler­kleins­ten Kreis. 50 CEOs von Dax-30- und CAC-40-Kon­zer­nen sind dies­mal da, Ban­ker und Be­ra­ter, auch Frank­reichs Wirt­schafts- und Fi­nanz­mi­nis­ter Bru­no Le Mai­re und ei­ni­ge Top­be­am­te bei­der Re­gie­run­gen.

An­ge­la Mer­kel hat ab­ge­sagt, sie muss an die Wahl­kampf­front in der Pro­vinz. Es läuft nicht mehr gut für die Kanz­le­rin, im­mer wie­der wird sie auf den Markt­plät­zen aus­ge­pfif­fen. In ih­rer al­ten Hei­mat, im Nord­os­ten, gibt längst die AfD den Ton vor. Wäh­rend Ma­cron mit der Wirt­schafts­eli­te spricht, kämpft die „An­füh­re­rin der frei­en Welt“ ("New York Times") um die Mit­tel­schicht in der deut­schen Pro­vinz.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2017.