WIRTSCHAFTSKULTUR

Neustart

CEO Satya Nadella erzählt, wie er die verkorkste Firmenkultur bei Microsoft revitalisiert hat.

EM­PA­THIE FIRST Mi­cro­soft muss net­ter wer­den, sagt CEO Sa­tya Na­del­la

Wenn Top­ma­na­ger Selbst­aus­kunft ge­ben, sind in der Re­gel kei­ne gro­ßen Ent­hül­lun­gen zu er­war­ten. Dar­an ge­mes­sen, schreibt Mi­cro­soft-CEO Sa­tya Na­del­la er­freu­lich deut­lich über Mi­cro­softs Schwä­chen und wie er da­ge­gen an­kämpf­te. Sein gro­ßes The­ma ist die Füh­rungs­kul­tur des Soft­ware­rie­sen aus Red­mond, die zu sei­nem Amts­an­tritt of­fen­bar kom­plett ver­korkst war. Na­del­la hat sich vor­ge­nom­men, Mi­cro­softs See­le wie­der­zu­be­le­ben. „Hit Re­fresh“, ei­gent­lich das Neu­la­den ei­ner Web­site, lau­te­te sein Slo­gan für den Neu­start der gan­zen Com­pa­ny.

Na­del­la ist seit 2014 im Amt und erst der drit­te CEO in der 42-jäh­ri­gen Mi­cro­soft-Ge­schich­te. Der ri­gi­de Füh­rungs­stil des Vor­gän­gers und Hitz­kopfs Ste­ve Ball­mer hat­te die Be­leg­schaft trau­ma­ti­siert: „Je­der muss­te stän­dig je­dem be­wei­sen, dass er oder sie der Schlau­es­te im Raum war.“ Der Um­gang war höchst for­mell, je­des Mee­ting per­fekt ge­plant, Hier­ar­chi­en wa­ren un­über­wind­bar. Ein krän­keln­der Ak­ti­en­kurs zerr­te zu­sätz­lich am Selbst­be­wusst­sein. Um ver­lo­re­nes Ter­rain zu­rück­zu­er­obern, setz­te der ge­bür­ti­ge In­der auf Em­pa­thie, Ver­trau­en und Ko­ope­ra­ti­on. Er führ­te ei­nen jähr­li­chen Ide­en-Hacka­thon ein und po­lier­te Mi­cro­softs Image auch nach au­ßen wie­der auf: Jah­re­lan­ge Feh­den mit Goog­le und Samsung wur­den bei­ge­legt. Das gna­den­lo­se Kon­kur­renz­den­ken mit dem Ziel der to­ta­len Ver­drän­gung des Ri­va­len pas­se nicht mehr in die Zeit, kon­sta­tiert er: „In der neu­en Ära der di­gi­ta­len Trans­for­ma­ti­on kommt es auf smar­te Ko­ope­ra­tio­nen an.“

Im hin­te­ren Teil des Buchs wirft der Mi­cro­soft-Ma­na­ger ei­nen kri­ti­schen Blick auf Zu­kunfts­tech­no­lo­gi­en wie künst­li­che In­tel­li­genz, Vir­tu­al Rea­li­ty und Quan­ten­com­pu­ter. Eine neue di­gi­ta­le Gen­fer Kon­ven­ti­on müs­se her, die Si­cher­heits­stan­dards im In­ter­net glo­bal durch­set­ze. Dann wer­de al­les gut. Der Fort­schritt kön­ne Hun­ger, Ar­mut und Bil­dungs­man­gel aus­rot­ten, dar­an glaubt Na­del­la fel­sen­fest. Ein biss­chen Nerd ist er halt auch. 1

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 11/2017.