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Alarm im Büro

OFFICE DEPOT Inhaber Aurelius könnte das wichtige Frankreich-Geschäft abwickeln.

AUS­SCHLACH­TER Au­re­li­us-Boss Dirk Mar­kus macht sich Fein­de im Ma­cron-Land

Als die Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Au­re­li­us die eu­ro­päi­schen Fi­lia­len des US-Bü­ro­be­darf­händ­lers Of­fice De­pot nebst dem da­zu­ge­hö­ri­gen On­line­han­del über­nahm, war Fir­men­chef Dirk Mar­kus (46) voll des Über­schwangs. Die Ab­spal­tung ist mit zwei Mil­li­ar­den Euro Um­satz und 6000 Be­schäf­tig­ten der größ­te Bro­cken, den sich der Sa­nie­rer mit Sitz in Grün­wald bei Mün­chen je ein­ver­lei­ben konn­te. Auch mach­te er „jede Men­ge brach­lie­gen­des Po­ten­zi­al“ aus, das man zu he­ben ge­den­ke.

Die Lob­hu­de­lei ist ge­ra­de mal ein Jahr her, und schon ist klar: Mar­kus hat zu viel ver­spro­chen. Die Re­struk­tu­rie­rung des ver­lust­rei­chen, bil­lig er­wor­be­nen Händ­lers läuft al­les an­de­re als rei­bungs­los. Vor al­lem in Frank­reich, wo Of­fice De­pot rund 60 Lä­den be­treibt und rund ein Vier­tel des Um­sat­zes er­zielt, gibt es Ärger. In­si­dern zu­fol­ge soll die Lage so de­so­lat sein, dass Mar­kus zum letz­ten Mit­tel grei­fen könn­te – der In­sol­venz von Of­fice De­pot im Ma­cron-Land. Au­re­li­us woll­te dazu und auch zu wei­te­ren Fra­gen kei­ne Stel­lung neh­men.

Die Mar­kus-Trup­pe hat es schwer in Frank­reich, wo Ge­werk­schaf­ten und Be­triebs­rä­te von je­her re­form­re­sis­tent sind. Un­längst ver­lang­ten Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter eine ge­richt­li­che An­hö­rung, nach­dem das Fein­che­mie­un­ter­neh­men Iso­chem, das den Grün­wal­dern eben­falls ge­hört, im Som­mer plei­te­ge­gan­gen war. Der Vor­wurf: Au­re­li­us habe die Fir­ma erst aus­ge­plün­dert und dann ab­ge­wi­ckelt. Mar­kus be­strei­tet die An­schul­di­gun­gen. Rich­tig ist je­den­falls, dass Au­re­li­us re­gel­mä­ßig her­ab­ge­wirt­schaf­te­te Fir­men oder Kon­zern­tei­le zum Spott­preis er­wirbt. Oben­drauf gibt es vom Ver­käu­fer oft Sa­nie­rungs­hil­fen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.