FÜHRUNGSZEUGNIS

Warum ich die Seiten wechsle

Ich reihe mich künftig als Bundestagsabgeordneter ins Glied ein. Und kann jedem nur raten: Kommt raus aus den Silos.
Von Thomas Sattelberger

Am Ende hat Ro­land Koch kei­ne gute Fi­gur ge­macht. Sein Wech­sel vom Amt des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten auf den Chef­pos­ten des MDax-Un­ter­neh­mens Bil­fin­ger: kra­chend ge­schei­tert. Das ist nun schon ein paar Jah­re her, aber in un­se­ren Hin­ter­köp­fen hän­gen ge­blie­ben. Sein in­di­vi­du­el­ler Ver­such, die Gren­zen zwi­schen Po­li­tik und Wirt­schaft zu über­win­den, gilt als wei­te­rer Be­leg für das Vor­ur­teil, dass ein sol­cher Schritt nur miss­glü­cken kann.

Doch das ist viel zu sim­pel ge­dacht, von Men­schen, die in Si­los zu Hau­se sind. Aus de­ren selbst­re­fe­ren­zi­el­ler Sicht hat sich Gleich zu Gleich zu ge­sel­len. Ein fa­ta­ler Irr­glau­be. Denn un­se­re kom­ple­xe Welt braucht ei­nes de­fi­ni­tiv nicht: Par­al­lel­uni­ver­sen, die sich ge­gen­sei­tig we­nig ach­ten. Sie braucht statt­des­sen Frau­en und Män­ner, die, auch wen­n's ab­ge­dro­schen klingt, zu neu­en Ufern auf­bre­chen.

Es ist mal wie­der die Au­to­in­dus­trie, die uns ex­em­pla­risch vor Au­gen führt, wie Ab­schot­tung un­ser Land und un­se­re Wirt­schaft krank macht. Erst der Die­selskan­dal, jetzt auch noch die Selbst­an­zei­gen we­gen ei­nes lang­jäh­ri­gen Kar­tell­ver­dachts. Das sind böse Sym­pto­me für ein Sys­tem, in dem vie­le im ei­ge­nen Saft schmo­ren. Eine Frau wie Tina Mül­ler, zu­letzt er­folg­reich als Mar­ke­ting­vor­stän­din von Opel, gilt schon als bun­ter Vo­gel, weil sie, von Hen­kel kom­mend, in die­se Män­ner­do­mä­ne ein­brach und nun bei Dou­glas an die Spit­ze ge­rückt ist.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.