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Schiffe versenken

SCHIFFFAHRT Der Niedergang der Branche reißt Banken in die Tiefe und kostet die Steuerzahler Milliarden. Weitgehend schadlos davon kommen Großreeder und die Politik, die das Desaster überhaupt erst ermöglicht hat.

Am ers­ten Frei­tag im No­vem­ber ließ es Deutsch­lands Schiff­fahrts­bran­che kra­chen. Wie je­des Jahr be­grüß­te die Ver­ei­ni­gung Ham­bur­ger Schiffs­mak­ler und -agen­ten 5000 über­wie­gend männ­li­che Gäs­te aus al­ler Welt zum tra­di­tio­nel­len Eis­bei­nes­sen. Ton­nen­wei­se ge­pö­kel­te Ha­xen, Sau­er­kraut, Kar­tof­feln und Kas­se­ler wur­den in den Mes­se­hal­len ver­nich­tet, dazu Tau­sen­de Li­ter Bier und har­te Schnäp­se – Ham­burgs fet­tes­te Par­ty ist nichts für Cho­le­ste­rin-kran­ke. Und nichts für Mo­ra­lis­ten: Rund um die Ver­an­stal­tung fah­ren Edel­puffs Zu­satz­schich­ten; aus Ost­eu­ro­pa rei­sen ex­tra Pro­sti­tu­ier­te mit Bus­sen an.

Die fri­vo­le Stim­mung steht im schar­fen Kon­trast zur Lage der Bran­che. Trotz hart­nä­ckig lah­men­den Welt­han­dels wer­den eif­rig Schif­fe ge­baut (sie­he Gra­fik "Über­pro­duk­ti­on"), ent­spre­chend nied­rig sind die Fracht­ra­ten. Die vie­len Ree­de­r­insol­ven­zen, Schiffsplei­ten und den Ban­ken­krach hat sich die Bran­che selbst zu­zu­schrei­ben: Die Mi­se­re ist ex­em­pla­risch da­für, was pas­siert, wenn ver­blen­de­te Po­li­ti­ker auf gie­ri­ge Un­ter­neh­mer und Ban­ker tref­fen.

Das Elend und sei­ne Fol­gen las­sen sich an zwei Zah­len ab­le­sen. Wäh­rend fast alle Bun­des­län­der Schul­den til­gen, stie­gen sie in Schles­wig-Hol­stein zu­letzt um 6,1 Pro­zent, in Ham­burg so­gar um 7,8 Pro­zent.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.