TRENDS

TRUSTBUSTERS II

MONOPOLE Eine neue Bewegung macht mobil gegen den endlosen Fusionsreigen – und die Allmacht von Google und Amazon.

JEFF BE­ZOS (53) führt neu­er­dings die Reichs­ten­lis­te an. Sein Ama­zon be­herrscht fast die Hälf­te des US-On­line­ver­sand­han­dels. Ak­ti­vis­ten for­dern staat­li­ches Ein­grei­fen. Auch US-Prä­si­dent Do­nald Trump hat Be­zos ein „rie­si­ges An­ti­trust-Pro­blem“ vor­ge­wor­fen.

Ich will mal mit ei­nem et­was an­de­ren Ton an­fan­gen“, sagt Bar­ry Lynn. „Es gibt nur zwei Ar­ten von Frei­heit: die Frei­heit von Skla­ve­rei und die Frei­heit, an­de­re zu ver­skla­ven.“ In Ame­ri­ka sei es an der Zeit, wie­der für die ers­te Form der Frei­heit zu kämp­fen, Plu­to­kra­ten und Wirt­schafts­rie­sen zu ent­mach­ten. Denn: „Die Mo­no­po­lis­ten von heu­te bau­en zü­gig Struk­tu­ren auf, die nach Skla­ve­rei schme­cken.“

Star­ke Wor­te, ge­spro­chen auf ei­ner gro­ßen Öko­no­men­kon­fe­renz an der Uni­ver­si­tät von Chi­ca­go, Ende März. Der ehe­ma­li­ge Wirt­schafts­jour­na­list for­mu­liert sie so ru­hig, als sei­en es Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten. Lynn (56) lei­tet das „Open Mar­kets“-Pro­gramm beim Wa­shing­to­ner Thinktank „New Ame­ri­ca“, er for­dert seit Lan­gem eine neue An­ti­trust-Of­fen­si­ve und ei­nen Pa­ra­dig­men­wech­sel der Kar­tell­po­li­tik. Dass die­se Ta­gung zu den Kon­zen­tra­ti­ons­ten­den­zen in der US-Wirt­schaft über­haupt statt­fin­det, ist auch ein Mei­len­stein sei­ner Ar­beit.

Welt­be­kannt in­des wird Lynn ein Vier­tel­jahr spä­ter: In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung lobt er die EU-Re­kord­stra­fe von 2,42 Mil­li­ar­den Euro ge­gen Goog­le. Dar­auf­hin feu­ert ihn sein lang­jäh­ri­ger Ar­beit­ge­ber ab­rupt. New Ame­ri­ca wirft ihm un­kol­le­gia­les Ver­hal­ten vor. Goog­le ist ein wich­ti­ger För­de­rer der techori­en­tier­ten Denk­fa­brik, be­strei­tet aber jede Ein­fluss­nah­me.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.