KOPFMENSCHEN

Wette auf die Prämie

Die Schlacht um Linde ist noch nicht gelaufen. Zeit zum Eingreifen.

Als Ak­tio­när sage ich es ja höchst un­gern, aber die Ge­werk­schaf­ten ha­ben recht: Lin­de-Auf­sichts­rats­chef Wolf­gang Reitz­le hat die deut­sche In­dus­trie-Iko­ne un­ter Wert an den US-Ri­va­len Pra­x­air ver­hö­kert. Bis Mit­te No­vem­ber tausch­ten zwar mehr als 75 Pro­zent der Lin­de-Ak­tio­nä­re ihre Pa­pie­re ge­gen die Ak­ti­en des fu­sio­nier­ten Kon­zerns. Da­mit ist der Über­nah­me­kampf aber noch lan­ge nicht vor­bei. Bei 75 Pro­zent liegt die Schwel­le für ei­nen Be­herr­schungs­ver­trag. 95 Pro­zent braucht es für den Squee­ze-out. Und ge­nau des­halb sind die Ak­ti­en der al­ten Lin­de AG, die der neu­en Hol­ding noch nicht an­ge­dient wor­den sind, so wert­voll. Am Ende wird der Kon­zern den Alt­ak­tio­nä­ren eine üp­pi­ge Prä­mie zah­len müs­sen. Das Ge­setz schreibt ein Gut­ach­ten vor, das eine an­ge­mes­se­ne Ab­fin­dung er­mit­telt.

Al­les in al­lem hat sich Pra­x­air mehr ge­si­chert, als den Ame­ri­ka­nern zu­steht. Lin­de ist zwar we­ni­ger pro­fi­ta­bel, bringt aber fast dop­pelt so viel Um­satz und deut­lich mehr Sub­stanz und Er­trags­po­ten­zi­al ein. Die Deut­schen war­ten auf stei­gen­de Roh­stoff­prei­se und eine bes­se­re Kon­junk­tur in den Schwel­len­län­dern. Pra­x­air da­ge­gen hat vor der Fu­si­on Schul­den ge­macht, um Ak­ti­en zu kau­fen und sei­nen Bör­sen­wert hoch­zu­trei­ben. Die­se Schul­den sol­len im fu­sio­nier­ten Kon­zern die Deut­schen be­zah­len.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.