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Fata Morgana

LUFTFAHRT Die Fluglinien vom Golf haben ihre Magie verloren. Statt anzugreifen, müssen die Araber ihre Unternehmen sanieren – und die Lufthansa profitiert davon.

HÖHEN­KOL­LER Am Golf wach­sen Zwei­fel, dass Flug­zeu­ge die Staats­fi­nan­zen meh­ren

Auf­trit­te von Ja­mes Ho­gan (60) hat­ten im­mer et­was von ei­ner Ver­kaufs­show. Der wuch­ti­ge Aus­tra­li­er, Kopf der ara­bi­schen Flug­li­nie Eti­had, pries sein Werk wie eine Wun­der­pfan­ne mit Pa­tent­griff und Be­leuch­tung. Eti­had sei „die bes­te Flug­ge­sell­schaft in al­len Klas­sen“, prahl­te er; au­ßer­dem die „schnellst­wach­sen­de Air­line in der Ge­schich­te der kom­mer­zi­el­len Luft­fahrt“, welt­um­span­nend und selbst­ver­ständ­lich pro­fi­ta­bel. Kurz: eine Su­per­li­nie, die nicht zu stop­pen ist.

Wie be­schei­den wirk­te da­ge­gen je­ner Ho­gan, der sich An­fang Fe­bru­ar in Abu Dha­bi zeig­te. Der An­lass war zwar er­freu­lich – Eti­had ku­schelt mit der Luft­han­sa, man ko­ope­riert bei ein paar Flü­gen, Ca­te­ring und War­tung. Doch ne­ben sei­nem Gast, Luft­han­sa-Ka­pi­tän Cars­ten Sp­ohr (50), sah Ho­gan blass und an­ge­strengt aus. Er mur­mel­te et­was von „Fein­tu­ning“ sei­ner Stra­te­gie. Und sah mit Be­frem­den, wie Sp­ohr von der Büh­ne her­ab Scheich Mo­ha­med zu­zwin­ker­te, dem Chair­man von Eti­had. Eine Wo­che zu­vor war ver­kün­det wor­den, dass Ho­gan ge­hen wird, im zwei­ten Halb­jahr. Im Grun­de hat er nichts mehr zu sa­gen.

Der einst so schwung­vol­le Ver­käu­fer muss da­für bü­ßen, dass sein fa­bel­haf­tes Pro­jekt re­gel­recht im­plo­diert ist. Die Flot­te wächst, aber die Ma­schi­nen blei­ben oft halb leer. Be­tei­li­gun­gen im Aus­land, etwa an Air Ber­lin oder Alita­lia, er­wie­sen sich als teu­re Flops. Eti­had fliegt wohl eben­falls hohe Ver­lus­te ein. Ken­ner mun­keln von bis zu ei­ner Mil­li­ar­de Dol­lar De­fi­zit jähr­lich. Ein Spar­pro­gramm läuft. Vor al­lem aus­län­di­sche An­ge­stell­te ver­lie­ren ih­ren Job.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2017.