LEBEN

Basic Instincts

UNTERNEHMENSKULTUR Affären, Gespielinnen, sexuelle Übergriffe – in deutschen Chefetagen geht es häufig auch nicht besser zu als in Donald Trumps Locker-Room. Doch anders als früher werden die Sexgeschichten der Mächtigen heute streng geahndet – und von Rivalen genutzt.

Bild“ hät­te den Skan­dal nicht bes­ser er­fin­den kön­nen. Aus­ge­rech­net Kai Diek­mann (52), lang­jäh­ri­ger Chef­re­dak­teur und Her­aus­ge­ber der „Bild“-Grup­pe, ver­hei­ra­tet mit der ehe­ma­li­gen „Bild“-Ko­lum­nis­tin und Best­sel­ler­au­to­rin Kat­ja Kess­ler (48), soll im ver­gan­ge­nen Som­mer nach ei­ner Klau­sur­ta­gung in Pots­dam beim Ba­den im See eine Mit­ar­bei­te­rin be­läs­tigt ha­ben. Diek­mann be­strei­tet das. Die An­ge­le­gen­heit wur­de erst in­tern ge­prüft, nichts An­stö­ßi­ges ge­fun­den, jetzt er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft.

Die Bran­che rät­selt: War­um hat die Frau erst An­zei­ge er­stat­tet, nach­dem die Staats­an­wäl­te das ver­lags­in­ter­ne Un­ter­su­chungs­dos­sier über­reicht be­kom­men hat­ten? Wer hat die Nach­richt an den SPIEGEL durch­ge­sto­chen? War­um hat „Bild“ die Mel­dung schließ­lich selbst groß ab­ge­druckt, samt knall­ro­ter Dach­zei­le ("Be­läs­ti­gungs-Vor­wurf") und Foto? Von In­tri­ge ist die Rede.

Der Ver­lag wie­gelt ab. Die Vor­wür­fe hät­ten „den Zeit­punkt sei­nes Aus­stiegs jetzt le­dig­lich et­was be­schleu­nigt“, so Sprin­ger. Diek­mann schweigt, er hat das Haus Ende Ja­nu­ar ver­las­sen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 3/2017.