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Pillenknick

STADA Ein kleiner aktivistischer Investor hat genügt, um den mehr als 120 Jahre alten Pharmakonzern in die Anarchie zu stürzen. Nun tobt die Schlacht um seine Zukunft. Ein Lehrstück über den falschen Umgang mit der Macht.

TREI­BER In­ves­tor Klaus Röh­rig stieg An­fang 2016 zu Prei­sen um die 30 Euro bei Sta­da ein und warb ab Som­mer um Fi­nanz­in­ves­to­ren

Es läuft die Vor­be­spre­chung zur Auf­sichts­rats­sit­zung, auf der Mat­thi­as Wie­den­fels (43) die vor­läu­fi­gen Jah­res­zah­len er­läu­tern will, und das Un­glück nimmt schon wie­der sei­nen Lauf. Wie­den­fels hat auf die­sem Tref­fen Ende Fe­bru­ar Vi­si­ten­kar­ten bei sich, die ihn als „Chief Exe­cu­ti­ve Of­fi­cer“ der Sta­da Arz­nei­mit­tel AG aus­wei­sen. Aber bei sei­nem Auf­sichts­rats­chef Carl Fer­di­nand Oet­ker (44) und des­sen Mit­strei­tern Bir­git Kud­lek (50) und Rolf Hoff­mann (57) läuft der Mann mit den brav ge­mus­ter­ten Kra­wat­ten nur un­ter „CEO b. a. W.“ – „Vor­stands­chef bis auf Wei­te­res“.

Mehr­fach hat Wie­den­fels, seit er am 5. Juni 2016 per Hand­streich­ak­ti­on ins Amt kam, dar­um ge­be­ten, jetzt mal ei­nen rich­ti­gen Chef­ver­trag zu be­kom­men – ver­ge­bens. Knapp 290 000 Euro gibt es als Auf­schlag zum Jah­res­ge­halt, mehr nicht.

Heu­te muss sich Wie­den­fels vor­hal­ten las­sen, dass er schon wie­der nicht die Pro­gno­se für Sta­da er­höht. Der Plan der Stra­te­gie­be­ra­ter von der Bos­ton Con­sul­ting Group sei doch längst fer­tig. Mit dem lie­ßen sich der Ak­ti­en­kurs hoch­trei­ben und die zahl­rei­chen Kauf­in­ter­es­sen­ten ab­schre­cken. Vor al­lem Kud­lek, die sich seit Kur­zem als Auf­sichts­rä­tin aus­pro­biert, liebt die for­sche Gang­art.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2017.