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Zentrum der Ohnmacht

INVESTOREN Indexfonds wie Blackrock und Vanguard sind die größten Dax-Eigentümer. Doch Managerkontrolle ist für die Finanzdiscounter vor allem ein Kostenfaktor: Der Kapitalismus verliert seine Kapitalisten.

Die größ­te In­ves­to­rin im deut­schen Leit­in­dex Dax re­si­diert ma­xi­mal un­spek­ta­ku­lär: Amra Ba­lic sitzt mit ih­ren sie­ben Kol­le­gen des In­vest­ment-Ste­wardship-Teams in ei­nem schlich­ten Groß­raum­bü­ro in­mit­ten des Glas­baus der Lon­do­ner Black­rock-Fi­lia­le, 12 Throg­mor­ton Ave­nue. Von dort aus ent­schei­det Ba­lic, wie der welt­größ­te Ver­mö­gens­ver­wal­ter sei­ne Stimm­rech­te aus­übt. Das Macht­po­ten­zi­al ist gi­gan­tisch: Bei 20 von 30 Dax-Wer­ten ist Black­rock der größ­te Fonds im Ak­tio­närs­kreis. An je­dem zwei­ten Kon­zern hält er mehr als 5 Pro­zent der An­tei­le.

„Eine heim­li­che Welt­macht greift nach un­se­rem Geld“, lau­tet der Ti­tel ei­nes vor zwei Jah­ren über Black­rock er­schie­ne­nen Bu­ches. Die Mitt­vier­zi­ge­rin Ba­lic, bei der auch nach 20 Jah­ren in der City noch der ost­eu­ro­päi­sche Ak­zent durch­klingt, muss la­chen, wenn sie das hört. Ihr Ein­fluss fühlt sich sehr be­grenzt an.

Was sich eben­falls mit Zah­len be­le­gen lässt, mit der Null etwa: Im ver­gan­ge­nen Jahr war Black­rock auf kei­ner ein­zi­gen deut­schen Haupt­ver­samm­lung (HV) per­sön­lich ver­tre­ten, Amra Ba­lic hielt kei­ne ein­zi­ge kri­ti­sche Rede, schick­te nicht ein­mal ei­nen Ver­tre­ter, um in ih­rem Sin­ne ab­zu­stim­men. Oder mit der 5574: Über so vie­le An­trä­ge muss­ten Ba­lic und ihr Team in den zwölf Mo­na­ten bis Juni 2016 im Vor­feld der eu­ro­päi­schen Haupt­ver­samm­lun­gen ent­schei­den, in der hei­ßen Pha­se wa­ren das mehr als 60 pro Ar­beits­tag und Team­mit­glied, Über­nah­me- und Zer­schla­gungs­an­trä­ge in­klu­si­ve.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 4/2017.