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Teure Liaison

UNISTER Die Pleite des Onlinereisebüros holt den Internetriesen Google ein.

Kam die Plei­te des Leip­zi­ger In­ter­net­kon­zerns Unis­ter wirk­lich über­ra­schend? Schon Wo­chen vor dem In­sol­venz­an­trag war im ma­na­ger ma­ga­zin (7/​2016) zu le­sen, dass die Flagship-Do­mains des größ­ten deut­schen On­line­rei­se­bü­ros ("Ab-in-den-Ur­laub.de“, „Flue­ge.de") vor­über­ge­hend von den be­gehr­ten An­zei­gen­plät­zen bei Goog­le ver­schwun­den wa­ren. Grund: Unis­ter hat­te sei­ne Rech­nun­gen nicht be­gli­chen. Zwar be­schleu­nig­te sich der Nie­der­gang da­durch, dass Fir­men­grün­der Tho­mas Wag­ner kurz dar­auf mit dem Flug­zeug ab­stürz­te, nach­dem er sich in Ita­li­en ei­nen Kof­fer voll Falsch­geld hat­te an­dre­hen las­sen. Ur­säch­lich für die Plei­te war das töd­li­che Un­glück al­ler­dings nicht.

Die­se An­sicht ver­tritt auch In­sol­venz­ver­wal­ter Lu­cas Flö­ther (43). Der Kon­kurs­ex­per­te ar­bei­tet sich seit Mo­na­ten durch das Cha­os, das Wag­ner ihm hin­ter­las­sen hat. Das Er­geb­nis sei­ner Auf­räum­ar­bei­ten kann sich durch­aus se­hen las­sen: Das Rei­se­ge­schäft wur­de für rund 75 Mil­lio­nen Euro an ei­nen tsche­chi­schen In­ves­tor ver­äu­ßert, auch für an­de­re As­sets wie die Do­mains „Shop­ping.de“ oder „News.de“ fan­den sich Ab­neh­mer.

Die span­nen­de Pha­se des In­sol­venz­ver­fah­rens al­ler­dings be­ginnt ge­ra­de erst. Flö­ther prüft näm­lich An­sprü­che ge­gen ehe­ma­li­ge Ge­schäfts­part­ner Unis­ters. Da­bei geht es ne­ben Rei­se­ver­an­stal­tern, Air­lines und TV-Sen­dern vor al­lem um ein Un­ter­neh­men: die Such­ma­schi­ne Goog­le. Tat­säch­lich wa­ren die säch­si­sche Plei­te­fir­ma und der US-Gi­gant aufs Engs­te mit­ein­an­der ver­ban­delt. Mehr als 100 Mil­lio­nen Euro jähr­lich soll Unis­ter zeit­wei­se an die Ame­ri­ka­ner über­wie­sen ha­ben, da­mit die ei­ge­nen Ur­laub­s­por­ta­le im­mer weit oben auf­tauch­ten, wenn ein Goog­le-Nut­zer ein­schlä­gi­ge Be­grif­fe wie „Pau­schal­rei­se“ oder „Last Mi­nu­te“ in die Such­mas­ke ein­tipp­te. An­geb­lich war Unis­ter in Eu­ro­pa so­gar Googles größ­ter Kun­de über­haupt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2017.