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Und es hat PENG gemacht

MM-KUNSTINDEX Die Spekulationsblase ist geplatzt. Die Preise für zeitgenössische Kunst sind um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Investoren, Sammler und Galeristen gehen wieder auf Nummer sicher.

Von Roman Kräussl

WHAAM! Die Prei­se für Ge­mäl­de von Pop-Art-Le­gen­de Roy Lich­ten­stein (hier der Druck „Re­flec­tions on Crash“ von 1990) bra­chen 2016 um 28 Pro­zent ein

Nicht mal ein Jagd­flug­zeug ver­moch­te das müde Pu­bli­kum im Auk­ti­ons­saal zu we­cken. Das Bild „Dü­sen­jä­ger“ von Ger­hard Rich­ter, aus dem Be­sitz von Mi­cro­soft­Co-Grün­der Paul Al­len, fand bei der abend­li­chen Ver­stei­ge­rung von Phil­lips in Man­hat­tan schon für 24 Mil­lio­nen Dol­lar plus Auf­geld ei­nen Käu­fer – ein ent­täu­schen­der Preis für ein so wich­ti­ges Werk des ge­frag­tes­ten le­ben­den Ma­lers und deut­lich un­ter­halb sei­nes Schätz­prei­ses von 25 bis 35 Mil­lio­nen Dol­lar. Die Stim­mung blieb schläf­rig, mehr als zwei Bie­ter bei ei­nem Los wa­ren die Aus­nah­me. Bei den „Nu­des in Mir­ror“ von Pop-Art-Le­gen­de Roy Lich­ten­stein fiel der Ham­mer bei 19 Mil­lio­nen Dol­lar zu­züg­lich Auk­ti­ons­ge­büh­ren; ein ver­gleich­ba­res Werk hat­te 2013 noch mehr als 30 Mil­lio­nen Dol­lar er­zielt.

Auch die bei­den Su­per­stars Mark Roth­ko und Fran­cis Ba­con, des­sen Tri­pty­chon vor vier Jah­ren mit 142 Mil­lio­nen Dol­lar ei­nen Auk­ti­ons­re­kord auf­stell­te, hat es voll er­wischt. Die Auk­ti­ons­um­sät­ze für ihre Wer­ke, die zum Stolz der welt­größ­ten Mu­se­en ge­hö­ren, bra­chen um 65 bis 80 Pro­zent ein. Ba­con, Roth­ko und Lich­ten­stein fie­len al­le­samt aus den Top Ten. Nicht mal vor Andy War­hol und Pa­blo Pi­cas­so mach­te der Er­lös­ein­bruch halt (sie­he Gra­fi­ken "Ge­win­ner und Ver­lie­rer"). Göt­ter­däm­me­rung am Kunst­markt.

Wie der mm-Kunst­in­dex be­legt, ist die Preis­bla­se 2016 tat­säch­lich ge­platzt. In ihn flie­ßen Mil­lio­nen Auk­ti­ons­da­ten ein, er ist der um­fang­reichs­te In­di­ka­tor zur Preis- und Um­satz­ent­wick­lung im Art-Busi­ness (zur Me­tho­de sie­he Kas­ten am Ende der Ge­schich­te). Be­son­ders hart ge­trof­fen hat der Crash die Nach­kriegs- und Ge­gen­warts­künst­ler, ihre Prei­se fie­len im Schnitt um 21 Pro­zent. Doch auch an­de­re wich­ti­ge Markt­seg­men­te blie­ben nicht ver­schont (sie­he Gra­fi­ken "Fast hal­biert" und "Ge­platzt").

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2017.