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„Platten­spieler sind Lagerfeuer aus Klang“

FRIED­RICH LIECH­TEN­STEIN über Mu­sik in Zei­ten von Spo­ti­fy.

Ich lie­be Mu­sik, sie ist die schöns­te Kunst und auch die Grau­sams­te. Sie dringt durch alle Rit­zen, soll uns die Angst neh­men, das War­ten ver­sü­ßen, uns zu Pa­trio­ten ma­chen und un­se­ren Dün­kel näh­ren. Und sie soll reich ma­chen, im mo­ne­tä­ren wie im emo­tio­na­len Sin­ne. Das wis­sen Sie na­tür­lich al­les, ich woll­te nur rasch dar­an er­in­nern.

Ich selbst bin auch Mu­si­ker, wenn ich also Mu­sik höre, dann nie un­schul­dig. Weil ich zu­gleich Fla­neur bin und vor al­len Din­gen je­mand ohne nen­nens­wer­ten Be­sitz, habe ich na­tür­lich we­der Schall­plat­ten noch eine CD-Samm­lung und auch kei­ne hoch­wer­ti­ge „An­la­ge“. Ich schät­ze al­ler­dings Men­schen mit gu­tem Mu­sik­ge­schmack, Pri­vat­par­tys mit ei­nem Plat­ten­spie­ler und Sound­fe­ti­schis­ten in dunk­len Höh­len.

Be­freun­de­ten Ho­te­liers in Bad Gas­tein schenk­te ich ein­mal ei­nen klei­nen Plat­ten­spie­ler, um den her­um sich die Gäs­te ver­sam­mel­ten und an­däch­tig ei­nem un­se­rer Al­ben lausch­ten. Wir sa­ßen um eine Art La­ger­feu­er aus Klang.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 5/2017.