NAMEN UND NACHRICHTEN

Auf die Strafbank

DEUTSCHE BÖRSE Sollte Konzernchef Kengeter angeklagt werden, muss er gehen.

AUS­WECH­SEL­SPIE­LER  An­dre­as Preuß (r.) könn­te Pri­mus Cars­ten Ken­ge­ter im Ernst­fall er­set­zen

Wenn al­les ge­lau­fen wäre wie ge­plant, dann wür­de Bör­sen­chef Cars­ten Ken­ge­ter (50)die­ser Tage in die Ver­hand­lun­gen zur Ver­län­ge­rung sei­nes Ver­trags ein­stei­gen. Schließ­lich läuft sein Kon­trakt im Früh­jahr 2018 aus. Tat­säch­lich aber sind die Ge­sprä­che auf un­be­stimm­te Zeit ver­tagt – oder fin­den gar nicht statt. Dann näm­lich, wenn die Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft An­kla­ge we­gen straf­ba­ren In­si­der­han­dels er­hebt. In dem Fall wäre der frü­he­re In­vest­ment­ban­ker als Num­mer eins der Deut­schen Bör­se nicht mehr zu hal­ten, da sind sich die Auf­sichts­rä­te der Ka­pi­tal­sei­te um Ober­kon­trol­leur Joa­chim Fa­ber (67) ei­nig.

Zu groß ist das Ri­si­ko, dass die In­sti­tu­ti­on, die als Be­trei­ber des eu­ro­pa­weit größ­ten Ak­ti­en- und De­ri­va­te­mark­tes für die In­te­gri­tät des Wert­pa­pier­han­dels steht, durch ei­nen Straf­pro­zess in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wird. Selbst wenn die Ju­ris­ten das Ver­fah­ren ge­gen hohe Auf­la­gen ein­stel­len, kann sich Ken­ge­ter nicht si­cher sein, dass er sei­nen Job be­hält.

Die Staats­an­wäl­te wer­den noch ei­ni­ge Zeit für ihre Er­mitt­lun­gen brau­chen, heißt es bei der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de. An­lass bie­tet ein spe­zi­ell auf den Bör­sen­chef zu­ge­schnit­te­nes Ver­gü­tungs­pa­ket, das Ken­ge­ter sei­nem Auf­sichts­rats­chef ab­ge­han­delt hat­te: Er soll­te Gra­tis­ak­ti­en im Wert von 4,5 Mil­lio­nen Euro er­hal­ten, falls er selbst für die glei­che Sum­me Bör­sen­ak­ti­en er­wirbt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2017.