TRENDS

MIND THE GAP

ARBEITSMARKT Nie zuvor gab es in Deutschland so viele Jobs wie heute. Aber nirgends wird im Schnitt auch so wenig gearbeitet. Eine Bremse für neues Wachstum.

Es gibt sie noch, die küh­nen Chau­vis. Pünkt­lich zum Welt­frau­en­tag An­fang März for­der­te Jür­gen Frey­schmidt (76) in der „FAZ“ die „Män­ner­quo­te“ bei der Zu­las­sung zum Me­di­zin­stu­di­um. Der re­nom­mier­te Bre­mer Ra­dio­lo­ge, ehe­ma­li­ger Chef­arzt und Pro­fes­sor, schlug per Gast­bei­trag Alarm, weil in im­mer mehr Kli­ni­ken und auf dem Land die Me­di­zi­ner be­droh­lich knapp wer­den. Und weil zu­gleich die Nach­wuchs­kräf­te nicht mehr zu­ver­läs­sig ran­klot­zen: Die Jung­ärz­te von heu­te – in ih­rer gro­ßen Mehr­heit weib­lich – wol­len Zeit für Kin­der und Fa­mi­lie, su­chen des­halb oft nur eine Halb­tags­stel­le. Pech für den Pa­ti­en­ten, der spät­nach­mit­tags in ein un­ter­be­setz­tes Kran­ken­haus muss.

Ob Jung­squo­ten da wirk­lich hel­fen wür­den? Die Ge­schlech­ter- ist längst zur Ge­ne­ra­tio­nen­fra­ge ge­wor­den. Und sie ist längst nicht mehr be­schränkt auf die Weiß­kit­tel. Auch in deut­schen Un­ter­neh­men führt der Wunsch nach ei­ner Work-Life-Ba­lan­ce – bei Mann wie Frau – im­mer häu­fi­ger zu aku­ter Per­so­nal­not.

In gro­ßen Tei­len der Re­pu­blik herrscht in die­sen Ta­gen Voll­be­schäf­ti­gung, die Zahl der of­fe­nen Stel­len ist auf Re­kord­ni­veau. Vie­ler­orts feh­len Fach­kräf­te, Di­gi­tal­ex­per­ten sind hier­zu­lan­de so rar wie freie Ta­xen nachts in Soho. Weil das de­mo­gra­fi­sche Po­ten­zi­al wei­ter schrumpft, tun sich auf län­ge­re Sicht ge­fähr­li­che Lü­cken auf.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2017.