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Gesucht: Deutsch­lands digitaler New Deal

Die Parteien ziehen mit alten Themen in die Bundestagswahl. Wie wär's mit einem wirklich relevanten?
Von Christoph Bornschein

In Deutsch­land kön­nen 20 500 000 Jobs au­to­ma­ti­siert wer­den. Das hat McK­in­sey An­fang die­ses Jah­res er­mit­telt. Eine be­ein­dru­cken­de Zahl, auch dann noch, wenn man sich be­wusst macht, dass dies nicht zur nächs­ten Ce­bit pas­siert. Und auch dann noch, wenn man neue di­gi­ta­le Jobs da­ge­gen­rech­net. Wer 20,5 Mil­lio­nen Stel­len au­to­ma­ti­siert, nimmt sie den Men­schen weg. Da gibt es nichts zu be­schö­ni­gen.

Na­tür­lich spricht dar­über kei­ner gern. Die Ge­schich­te der Di­gi­ta­li­sie­rung ist eine Ge­schich­te der Dis­kurs­ver­mei­dung. Schon die De­bat­te über Her­aus­for­de­run­gen, Chan­cen, Ri­si­ken und Mög­lich­kei­ten muss­te den Be­trof­fe­nen auf­ge­drängt wer­den. Die ra­di­ka­len Um­wäl­zun­gen, die der be­schleu­nig­te di­gi­ta­le Wan­del nach sich zieht, sind erst recht ein Angst­the­ma, das, wenn über­haupt, nur in sehr klei­nen Krei­sen be­han­delt wird. Hier eine Dis­kus­si­on im Mi­nis­te­ri­um, dort ein Slot beim IT-Gip­fel, An­fang April dann eine schie­fe For­mu­lie­rung der Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin. Au­to­ma­ti­sie­rung dür­fe nicht auf dem Rü­cken der Be­schäf­tig­ten aus­ge­tra­gen wer­den.

SIEHT MAN VON „BLACK MIR­ROR“-SZE­NA­RI­EN wie ei­ner Men­schen­quo­te oder ei­nem Gü­te­sie­gel „Made by Hu­mans“ mal ab, bleibt in der Tat die Fra­ge: Wie si­chern wir den Rü­cken der Be­schäf­tig­ten denn ab? Selbst in der per­fek­ten, voll au­to­ma­ti­sier­ten Wis­sens­ge­sell­schaft fal­len die For­scher und Pro­gram­mie­rer nicht vom Him­mel. Vor kei­nem Werk­tor der Welt war­tet ein Goog­le-Bus auf frisch ge­feu­er­te Fließ­band­ar­bei­ter.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2017.