MAGISCHES VIERECK

Auf dem Trockenen

Die Finanzmärkte wetten auf weiter niedrige Inflation. Wenn ihnen da die Demografie mal keinen Strich durch die Rechnung macht .
Von Henrik Müller

Was für eine Leis­tung! Die No­ten­ban­ker der west­li­chen Welt be­glück­wün­schen sich gern selbst zum Ende der In­fla­ti­on. La­gen die Teue­rungs­ra­ten in den 70er Jah­ren noch bei durch­schnitt­lich 10 Pro­zent, sind sie seit­her im­mer tie­fer ge­fal­len (sie­he Gra­fik, rote Kur­ve). In den ver­gan­ge­nen Jah­ren be­müh­ten sich die No­ten­ban­ken so­gar, eine De­fla­ti­on zu ver­hin­dern.

Aus Sicht der Fi­nanz­märk­te scheint die In­fla­ti­on ein für alle Mal be­siegt zu sein. An­lei­hen sind teu­er wie nie, die Um­lauf­ren­di­te am deut­schen Bond­markt liegt knapp über null. Ban­ken ver­ge­ben Hy­po­the­ken­dar­le­hen über 15 bis 20 Jah­re zu Spott­zin­sen. All das ist eine gi­gan­ti­sche Wet­te dar­auf, dass die In­fla­ti­on lang­fris­tig nied­rig bleibt, dass die No­ten­ban­ker al­les im Griff be­hal­ten.

Doch das könn­te sich noch als fol­gen­schwe­rer Irr­tum ent­pup­pen. Ei­ni­ges spricht da­für, dass wir kurz vor ei­ner Trend­wen­de ste­hen, die eine Men­ge üb­ler Über­ra­schun­gen mit sich bringt. Denn of­fen­kun­dig ist es nicht al­lein der ver­meint­li­chen Weis­heit von No­ten­ban­kern zu ver­dan­ken, dass sich die Preis­dy­na­mik in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ab­ge­bremst hat. Das liegt auch an ei­nem ganz fun­da­men­ta­len Fak­tor: der De­mo­gra­fie.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2017.