GELDANLAGE FÜR ... HEDONISTEN

Reich im Sitzen

Mies van der Rohes „Barcelona Chair“ ist eine gute Wertanlage. Besonders rar sind die Berliner Exemplare.

GUT IN­VES­TIERT Ein sel­te­nes Ex­em­plar aus dem Jahr 1930

Sei­nen Na­men „Bar­ce­lo­na“ er­hielt der Ses­sel mit den Sche­ren­bei­nen, weil er zum Mo­bi­li­ar des Deut­schen Pa­vil­lons ge­hör­te, den Mies van der Rohe 1929 für die Welt­aus­stel­lung in der spa­ni­schen Stadt ent­warf. Das Stahl­ge­stell ist mit Le­der­rie­men be­spannt, die Le­der­pols­ter tra­gen Knopf­step­pung. Als Vor­bil­der für die Grund­kon­struk­ti­on dien­ten dem Ar­chi­tek­ten und spä­te­ren Bau­haus-Lei­ter an­ti­ke Holz­stüh­le ägyp­ti­scher Re­gen­ten.

Bis heu­te zählt der Ses­sel zu den Fa­vo­ri­ten von De­si­gn­lieb­ha­bern, Samm­lern und An­le­gern. Denn wer pfleg­lich mit dem „Bar­ce­lo­na Chair“ um­geht, also kei­ne Kaf­fee­fle­cken oder Ris­se dar­auf hin­ter­lässt, kann ihn ge­braucht in der Re­gel für mehr als den Neu­preis (ab 6000 Euro) wie­der ver­kau­fen. Pa­ti­na macht das Mö­bel­stück wert­vol­ler, vor­aus­ge­setzt, das Ma­te­ri­al al­tert in Wür­de. Ei­ni­gen ganz be­son­de­ren Vin­ta­ge-Chairs kön­nen nicht mal schwe­re Ge­brauchs­spu­ren et­was an­ha­ben. Bei ih­nen gilt: Je äl­ter, des­to sel­te­ner und teu­rer.

Das Stich­jahr ist 1932. Bis da­hin wur­de der Ses­sel vom Ber­li­ner Me­tall­ge­wer­be Jo­sef Mül­ler her­ge­stellt. 1938 floh Mies van der Rohe vor den Na­zis in die USA und be­gann in Chi­ca­go, mit ei­ner klei­nen Ma­nu­fak­tur zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. 1953 über­nahm dann Knoll die Pro­duk­ti­on und be­sitzt bis heu­te die ex­klu­si­ven Fer­ti­gungs­rech­te.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 6/2017.