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Stresstest

SAP Hunderte Kunden fürchten gigantische Nachforderungen für Lizenzen des Softwarekonzerns.

SHITS­TORM SAP-Chef Bill Mc­Der­mott bringt die Kli­en­tel auf

Über Wall­dorf wü­tet ein Shits­torm: Mit Aus­sa­gen wie „SAP wird Sie wei­ter aus­sau­gen“ ma­chen Nut­zer von Web­fo­ren ih­rem Ärger Luft. Der Grund für die Auf­re­gung: In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten sind mehr als 100 deut­sche Un­ter­neh­men, dar­un­ter auch gro­ße Kon­zer­ne, von ih­rem wich­tigs­ten Soft­ware­lie­fe­ran­ten mit ei­ner un­an­ge­neh­men An­ge­le­gen­heit kon­fron­tiert wor­den. Die Wall­dor­fer wer­fen ih­nen vor, SAP-Pro­gram­me in­di­rekt zu nut­zen. Wenn etwa eine Kas­se im Su­per­markt an das Wa­ren­wirt­schafts­sys­tem ei­ner Mol­ke­rei den Ver­kauf ei­nes Jo­ghurt mel­det und Nach­schub or­dert, ver­langt SAP für die­se Nut­zung von au­ßen eben­falls Li­zenz­ge­büh­ren, von dem Milch­ver­ar­bei­ter.

Für Vor­stands­chef Bill Mc­Der­mott (55) sind die­se ex­ter­nen Nut­zer eine im­mer kräf­ti­ger spru­deln­de Ein­nah­me­quel­le, die er nicht un­aus­ge­schöpft las­sen möch­te. „Bei sol­chen Vor­gän­gen wird mit un­se­rem geis­ti­gen Ei­gen­tum Wert ge­schaf­fen. Des­halb steht uns eine Ver­gü­tung zu, selbst wenn der Nut­zer nicht di­rekt bei uns als An­wen­der re­gis­triert ist“, sagt Hala Zei­ne (36), die für den SAP-Vor­stand die Ge­schäfts­ent­wick­lung vor­an­trei­ben soll. Zei­ne ver­weist dar­auf, dass dies seit mehr als 20 Jah­ren ge­nau so in den Ver­trä­gen ge­re­gelt sei.

Neu ist nur die Ri­go­ro­si­tät, mit der SAP sei­ne An­sprü­che bei der Kli­en­tel durch­setzt. Vie­le Jah­re habe der Kon­zern sei­ne Li­zenz­neh­mer bei der in­di­rek­ten Nut­zung „nicht ge­ra­de ge­stresst“, sagt Jan Ha­chen­ber­ger von der Be­ra­tungs­fir­ma Cons­alt. Mit der Lais­ser-fai­re-Stra­te­gie ist es vor­bei. Selbst vor ge­richt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen schreckt SAP nicht mehr zu­rück.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2017.