GE­PFLEG­TE LAN­GE­WEI­LE VOR PRÄCH­TI­GER KU­LIS­SE Gäs­te beim Mat­thiae-Mahl 2016 im gro­ßen Saal des Ham­bur­ger Rat­hau­ses

LEBEN

HAMBURG, KEINE PERLE

GESELLSCHAFT Reich, aber unsexy: Die stolze Elbmetropole ist deutlich schlechter als ihr Ruf. Das viele Geld hat die Stadt satt und matt gemacht. Ein paar Zuzügler und junge Wilde versuchen das nun zu ändern. Doch die Beharrungskräfte der Eliten sind groß.

Ham­burg, 2. Mai, 13 Uhr, im Re­stau­rant „Carls“ in der Ha­fen­ci­ty. Ru­fen die jetzt an oder nicht? Jan Hen­ric Buett­ner guckt stän­dig auf sein iPho­ne. Ei­gent­lich will er er­zäh­len, wie es sich in Ham­burg so lebt, nach all den Jah­ren in Ka­li­for­ni­en. Aber wenn „die“ an­ru­fen, muss er so­fort los. Da­für „springt“ dann selbst ei­ner wie Buett­ner noch.

Der 52-jäh­ri­ge In­ter­net­mil­lio­när (AOL Eu­ro­pe) ist mitt­ler­wei­le ei­ner der schrägs­ten Ho­te­liers der Re­pu­blik: Für 100 Mil­lio­nen Euro hat er aus ei­nem ver­fal­le­nen Guts­dorf am Weis­sen­häu­ser Strand an der Ost­see ei­nes der teu­ers­ten Lu­xus­re­sorts ge­macht. Jetzt hofft er, dass Do­nald Trump und sei­ne En­tou­ra­ge, also „die“, wäh­rend des G-20-Gip­fels in Ham­burg An­fang Juli bei ihm über­nach­ten.

Nach­dem das Ho­tel „Vier Jah­res­zei­ten“ Trump eine Ab­sa­ge er­teilt hat­te, weil schon voll, wuss­te man nicht, wo­hin mit dem US-Prä­si­den­ten, so kam der Kon­takt mit Buett­ner zu­stan­de. Eine 25-köp­fi­ge Ho­tel­fin­dungs­de­le­ga­ti­on der Ame­ri­ka­ner mel­de­te sich bei ihm an, Buett­ner ließ in Weis­sen­haus al­les her­rich­ten und stand pa­rat. Aus­ge­rech­net für Trump? „Man muss das gro­ße Pic­tu­re se­hen, das ist ein­fach 'ne gei­le Sa­che“, sagt Buett­ner. Der Ter­min wird dann im­mer wie­der ver­scho­ben und schließ­lich ab­ge­sagt. Jetzt soll Trump im Gäs­te­haus des Ham­bur­ger Se­nats un­ter­kom­men, nach­dem sich Ber­lin zwi­schen­zeit­lich als Aus­weich­quar­tier an­ge­bo­ten hat­te. Die­se Nie­der­la­ge ge­gen die Haupt­stadt – ge­ra­de noch mal ab­ge­bo­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2017.