NAMEN UND NACHRICHTEN

Frauendiktat

PLAYMOBIL Die Ex-Sekretärin sichert ihre Macht im Beirat ab: mit der altgedienten Kantinendame.

Hin­ter der glä­ser­nen Fas­sa­de der Kon­zern­zen­tra­le in Zirn­dorf hängt ein schnö­der Schau­kas­ten, der es in sich hat. Seit dem Tod von Play­mo­bil-In­ha­ber Horst Brand­stät­ter vor zwei Jah­ren ist er die wich­tigs­te Nach­rich­ten­quel­le in ei­nem im­mer ver­schlos­se­ne­ren Un­ter­neh­men. Über ihn kom­mu­ni­ziert Grals­hü­te­rinMa­ri­an­ne Al­bert (58) mit ih­ren Un­ter­ta­nen. Seit Brand­stät­ters Se­kre­tä­rin als Tes­ta­ments­voll­stre­cke­rin und Bei­rats­vor­sit­zen­de dar­über wa­chen soll, dass al­les so bleibt, wie es ist, ist nichts mehr so, wie es war. Und so sorgt der Schau­kas­ten im­mer wie­der für Über­ra­schun­gen.

Am 1. De­zem­ber 2016 etwa gra­tu­lier­te Al­bert der lang­jäh­ri­gen Be­triebs­rats­che­fin Ger­lin­de Breit­spre­cher (68) „zu ih­rer 40jäh­ri­ge [sic!] Mit­glied­schaft bei der Ge­werk­schaft IG Me­tall“. Ein hal­bes Jahr spä­ter in­for­mier­te ein neu­er Aus­hang über den Auf­stieg der eins­ti­gen Kan­ti­nen­fach­kraft in den Bei­rat. „Nicht zu­letzt we­gen ih­rer Um­sicht hat auch un­ser ver­stor­be­ner Chef, Horst Brand­stät­ter, Frau Breit­spre­cher ge­schätzt“, ließ Al­bert wis­sen.

Doch mit je­ner Um­sicht ist es bei der Dame of­fen­bar nicht weit her, eben­so wie mit ih­rer Lie­be zur IG Me­tall. Just am Tag des Aus­hangs, dem 31. Mai, mach­te ein Play­mo­bil-Mit­ar­bei­ter vor dem Ar­beits­ge­richt Nürn­berg eine ver­häng­nis­vol­le Aus­sa­ge in punc­to Schau­kas­ten: „Ich habe (...) ei­nen Mann ge­se­hen, der den Schau­kas­ten mit sei­nem Han­dy fo­to­gra­fiert hat. Mir wur­de von Frau Breit­spre­cher ge­sagt, das sei der Herr Geh­ring ge­we­sen.“ Den ver­meint­li­chen Ver­stoß des IG-Me­tall-Funk­tio­närs woll­te Play­mo­bil vor dem Ar­beits­ge­richt ahn­den – und ver­lor. Denn der Mit­ar­bei­ter räum­te ein, Breit­spre­cher habe ihm die Aus­sa­ge „vor­for­mu­liert vor­ge­legt“. In­zwi­schen er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft Nürn­berg-Fürth we­gen des Ver­dachts auf An­stif­tung zur Falsch­aus­sa­ge (803 Js 17918/​17).

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2017.