TRENDS

FREMDEN­LEGIONÄRE

MANAGEMENT Wenn's in Unternehmen nicht rundläuft, werden gern harte Hunde von außen geholt. Die sollen brutal und rücksichtslos aufräumen. In der Praxis funktioniert das nur selten.

Fes­te Re­geln und Macht­struk­tu­ren sche­ren Her­bert Diess (58) we­nig. Ge­flis­sent­lich igno­rier­te der VW-Mar­ken­chef den nach lan­gem Rin­gen mit dem Be­triebs­rat un­ter­schrie­be­nen Zu­kunfts­pakt. Er woll­te die Zahl der Leih­ar­bei­ter zü­gi­ger re­du­zie­ren als aus­ge­han­delt. Aus Pro­test blie­ben die dü­pier­ten Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter der nächs­ten Auf­sichts­rats­sit­zung fern – ein un­er­hör­ter Vor­gang. Diess war's egal, es kann ihm nie schnell ge­nug ge­hen, da­für pro­vo­ziert er auch mal gern.

Klaus Ro­sen­feld (51) di­ri­giert im Be­fehls­ton: Maß­nah­men müss­ten „um­ge­hend auf­ge­setzt“ wer­den, De­tails lie­fe­re der „Rechts­un­ter­zeich­ner“, for­mu­lier­te der Vor­stands­chef der Scha­eff­ler AG im Früh­jahr in ei­nem Brief zur „strik­ten Kos­ten­dis­zi­plin“. Emp­fän­ger des za­cki­gen Schrei­bens wa­ren die Mit­glie­der des Exe­cu­ti­ve Board – also die wich­tigs­ten Füh­rungs­kräf­te des Fa­mi­li­en­kon­zerns und nicht etwa sub­al­ter­ne Be­reichs­lei­ter.

Ver­let­zend ge­schlif­fe­ne Rhe­to­rik be­herrscht John Cryan (56) per­fekt. „Wir wä­ren wei­ter, wenn wir das, was wir in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren ge­tan ha­ben, schon vor sechs oder sie­ben Jah­ren ge­tan hät­ten“, sag­te der CEO der Deut­schen Bank im Juli schein­bar selbst­kri­tisch. Ge­meint war mit der bei­ßen­den Kri­tik na­tür­lich das Füh­rungs­team des an­ge­schla­ge­nen In­sti­tuts. Der Red­ner selbst ist ja erst seit 2015 an Bord und tut end­lich das Not­wen­di­ge – so der Sub­text, mit dem er den Deutsch­ban­kern ihr Ver­sa­gen vor­hielt. Was man­chen noch mehr är­gert als har­te Spar­plä­ne oder ge­kürz­te Boni.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2017.