EDITORIAL

Kaesers Wort und Kaesers Schöpfung

STEF­FEN KLUS­MANN Chef­re­dak­teur

STRA­TE­GI­EN MÜSSEN NICHT IM­MER RE­SUL­TAT ei­nes zä­hen Pro­zes­ses sein. Manch­mal ent­wi­ckeln sie sich auch ein­fach im Kopf des CEOs. Bei Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser scheint das je­den­falls so zu lau­fen. Im ver­gan­ge­nen Fe­bru­ar er­klär­te er erst­mals, dass er den „Tan­ker“ Sie­mens zu „ei­nem ko­or­di­nier­ten und leis­tungs­fä­hi­gen Flot­ten­ver­band“ um­zu­bau­en ge­den­ke. Das wur­de seit­her über­all zi­tiert. In­zwi­schen mu­tet Ka­e­ser der Be­griff of­fen­bar zu mi­li­tä­risch an, je­den­falls hat er in un­se­rem In­ter­view den Ver­band in ei­nen Ver­bund um­tau­fen las­sen. Klingt gleich viel sym­pa­thi­scher. Wie die­ser Flot­ten­ver­bund aus­ge­stal­tet sein soll, also was Ka­e­ser nach all den Ra­di­kal­um­bau­ten der letz­ten Jah­re noch vor­hat, ver­riet er An­ge­la Mai­er und mir bei ei­nem lan­gen Ge­spräch in sei­nem Mün­che­ner Büro. Ab hier.

EINE BÜRO­IM­MO­BI­LIE, DIE NIE GE­NUTZT WUR­DE, Sän­ge­rin­nen, die vor al­lem dem Grün­der ge­fie­len, sünd­haft teu­re Flü­ge mit Pri­vat­jets, ob­wohl man selbst eine Air­line be­trieb – Air-Ber­lin-Pa­tri­arch Joa­chim Hunold und sei­ne Mit­strei­ter ha­ben über Jah­re ein bi­zar­res Ge­schäfts­ge­ba­ren an den Tag ge­legt, wie mein Kol­le­ge Mi­cha­el Machatsch­ke bei sei­nen Re­cher­chen her­aus­fand. Mit Un­fä­hig­keit al­lein lässt sich das kaum noch er­klä­ren. Auch der In­sol­venz­ver­wal­ter ist stut­zig ge­wor­den und stellt Nach­for­schun­gen an. Wie die Gang um Hunold Air Ber­lin aus­nahm und die Flug­li­nie zu­grun­de rich­te­te, le­sen Sie ab hier.

MASA SON IST EI­NER DIE­SER AL­LES-ODER-NICHTS-TY­PEN. Sein Kon­zern Soft­Bank mischt von Mo­bil­funk bis künst­li­che In­tel­li­genz in vie­len Tech-Sek­to­ren mit, stets mit do­mi­nan­ter Note. Das be­kam Te­le­kom-Chef Tim Hött­ges zu spü­ren bei den ge­schei­ter­ten Fu­si­ons­ver­hand­lun­gen mit der Soft­Bank-Toch­ter Sprint, und das er­le­ben ge­ra­de die In­ves­to­ren des an­ge­schla­ge­nen US-Fahr­dienst­ver­mitt­lers Uber, de­nen Son ihre An­tei­le zum Dis­count­preis ab­kau­fen will. Ama­zon-Boss Jeff Be­zos woll­te sich auf ei­nen Deal mit dem Ja­pa­ner da­her nie ein­las­sen. Mei­nem Kol­le­gen Phil­ipp Al­va­res de Sou­za Soa­res hat die ver­schwie­ge­ne Soft­Bank-Füh­rung nun sel­te­ne Ein­bli­cke ge­währt. Un­ter höchs­ten Si­cher­heits­vor­keh­run­gen: Für den Auf­zug in der To­kio­ter Zen­tra­le muss­te er ei­nen QR-Code scan­nen, den er zu­vor via E-Mail be­kom­men hat­te. Der Fo­to­graf muss­te eine Bin­de am Ober­arm tra­gen, au­ßer den In­ter­view­ten durf­ten auf den Fo­tos kei­ne Ge­sich­ter zu er­ken­nen sein. Bei den Ge­sprä­chen wa­ren die Soft­Bank-Gran­den dann aber er­staun­lich of­fen. „Der di­gi­ta­le Sa­mu­rai“ le­sen Sie ab hier.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.