UNTERNEHMEN

EIN MANN, EIN PLAN

SIEMENS Kein Vorstandschef vor ihm hat den Industriekonzern so sehr umgebaut wie Joe Kaeser. Jetzt geht er noch radikalere Schritte. Im manager magazin erklärt der CEO erstmals die Agenda für seine zweite Amtszeit.

OBER­WAS­SER Nach sei­ner Ver­trags­ver­län­ge­rung legt Joe Ka­e­ser noch mal rich­tig los. Das Fern­ziel – den Auf­sichts­rats­vor­sitz – im­mer im Blick.

Wie geh­t's ei­gent­lich Herrn Ka­e­ser? Je­nem Mann, den SPD-Chef Mar­tin Schulz (61) als „aso­zi­al“ ge­brand­markt hat. Der in den letz­ten Wo­chen fast täg­lich in den Fern­seh­nach­rich­ten vor­kommt als Ste­reo­typ ei­nes Ma­na­gers, der Re­kord­ge­win­ne ver­kün­det und gleich­zei­tig eis­kalt Ar­beits­plät­ze killt. Der Sie­mens-Boss will Wer­ke im Os­ten schlie­ßen und ver­kau­fen, weil das Ge­schäft mit Kraft­werk­s­tur­bi­nen nicht mehr so läuft wie frü­her. Die En­er­gie­wen­de ist schuld. 6900 der 30 000 Stel­len in der Spar­te sol­len weg­fal­len, die Hälf­te da­von in Deutsch­land.

Als wir Joe Ka­e­ser an ei­nem Mon­tag­nach­mit­tag Ende No­vem­ber in der Mün­che­ner Kon­zern­zen­tra­le tref­fen, kommt er ge­ra­de aus dem nie­der­baye­ri­schen Strau­bing vom Un­ter­neh­mer­früh­stück der ört­li­chen Spar­kas­se. Hin­ter dem blit­ze­blank auf­ge­räum­ten Schreib­tisch im Chef­bü­ro hängt ein gro­ßes Ölbild Wer­ner von Sie­men­s'. Hier sit­ze er nur sel­ten, sagt Ka­e­ser schmun­zelnd, aber wenn, dann schaue ihm stets der Fir­men­grün­der über die Schul­ter. Kön­ne ja nicht scha­den.

Also, Herrn Ka­e­ser geh­t's gut. Je­den­falls wirkt er so. An dem selbst­ge­wis­sen CEO scheint jede Auf­re­gung ab­zu­per­len: die Brie­fe von Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, Bür­ger­meis­tern und Bi­schö­fen, die Au­to­kor­sos und Men­schen­ket­ten, die Pe­ti­tio­nen und Streik­dro­hun­gen. All das zei­ge nur, wie schwer sich Deutsch­land nach wie vor mit dem Struk­tur­wan­del tue, sagt Ka­e­ser. Auf die Be­schimp­fun­gen des SPD-Chefs re­agiert er dann aber schon, mit ei­nem drei­sei­ti­gen, of­fe­nen Brief.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.