UNTERNEHMEN

AM BODEN ZERSTÖRT

AIR BERLIN Dubiose Deals, merkwürdige Praktiken – die Pleiteairline ist offenbar nicht nur an banalem Missmanagement gescheitert. Auf den Patriarchen Joachim Hunold und einige Ex-Manager warten unangenehme Fragen.

LAST CALL Joa­chim Hunold beim letz­ten Flug von Air Ber­lin. Es gab Buh­ru­fe für ihn, aber auch Um­ar­mun­gen.

So trau­ert man heu­te. Das Han­dy auf Sel­fie­mo­dus ge­stellt, film­te Joa­chim Hunold (68) sei­ne ei­ge­ne Rüh­rung. Er hat­te sicht­lich zu kämp­fen, als sie beim letz­ten Air-Ber­lin-Flug noch mal die Air­line-Hym­ne spiel­ten und er – vorn auf 1c sit­zend – mit­sang: „Flug­zeu­ge im Bauch, im Blut Ke­ro­sin, kein Sturm hält sie auf, uns­re Air Ber­lin ...“. Zwi­schen­durch muss­te er schwer schlu­cken, als rin­ge er die Trä­nen nie­der.

War­um der Mit­grün­der der Flug­li­nie sei­ne Er­grif­fen­heit im Vi­deo fest­hielt, lässt sich nicht mit Be­stimmt­heit sa­gen. Woll­te er am Dis­play kon­trol­lie­ren, ob ihm der Un­ter­gang wirk­lich na­he­geht? Woll­te er spä­ter an­de­re an sei­nem Schmerz teil­ha­ben las­sen oder ein Rühr­stück für be­sinn­li­che Aben­de schaf­fen?

Klar ist nur: Hunold ist mit dem Nie­der­gang der rot-wei­ßen Flot­te nicht nur emo­tio­nal ver­bun­den. Son­dern auch ganz hand­fest. Über Jah­re hat er tat­kräf­tig dar­an mit­ge­wirkt, dass sei­ner Air Ber­lin der Le­bens­saft aus­ging.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.