UNTERNEHMEN

VERRATEN UND VERKAUFT

MISSMANAGEMENT Die deutschen Konzerne galten einmal als die Baumeister der Welt. Jetzt boomt es hierzulande – doch die großen heimischen Player sind raus. Bilfinger verliert Geld, Strabag gehört den Österreichern, und Hochtief wird als Schuldenburg missbraucht. Wie konnte das geschehen? Eine Abbruchgeschichte.

Hoch­tief-Chef Mar­ce­li­no Fernán­dez Ver­des (62) ist ein Ma­cher, wie ihn sich Ei­gen­tü­mer ei­nes Bau­kon­zerns wün­schen. Der ge­lern­te Bau­in­ge­nieur hat auf Groß­bau­stel­len rund um den Glo­bus ge­ar­bei­tet und er­kennt aus drei Blocks Ent­fer­nung, wenn bei ei­nem Pro­jekt et­was aus dem Lot ge­rät. Dann packt der Spa­ni­er gern selbst an. Er war es, der in Ge­sprä­chen mit Ham­burgs Ers­tem Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz (59) da­für sorg­te, dass die Elb­phil­har­mo­nie fer­tig wur­de. Auch den zwi­schen­zeit­lich schwä­cheln­den aus­tra­li­schen Hoch­tief-Ab­le­ger Ci­mic krem­pel­te er per­sön­lich um.

Mis­si­on er­füllt, könn­te man sa­gen. Der größ­te deut­sche Bau­kon­zern (rund 20 Mil­li­ar­den Euro Leis­tung) ist wie­der eine Zier­de der Zunft und eine Freu­de für die An­le­ger. An der Bör­se ist Hoch­tief drei­mal so viel wert wie bei Fernán­de­z' Amts­an­tritt vor mehr als fünf Jah­ren. Un­ter den Ge­win­nern ist auch Er­neue­rer Fernán­dez selbst: Im Mai mach­te ihn Pa­tron Flo­ren­ti­no Pé­rez (70) zum Co-Chef und de­si­gnier­ten Al­lein­re­gen­ten des spa­ni­schen Hoch­tief-Mut­ter­kon­zerns ACS.

Doch aus­ge­rech­net der er­fah­re­ne Fernán­dez setzt den schö­nen Er­folg nun mit ei­nem ge­wag­ten Vor­ha­ben aufs Spiel. Hoch­tief soll den spa­ni­schen Au­to­bahn­maut­be­trei­ber Aber­tis kau­fen und da­für 30 Mil­li­ar­den Euro Schul­den auf sich neh­men. Hoch­tief-Mut­ter ACS, die ei­gent­lich da­für prä­des­ti­niert wäre, sieht sich au­ßer­stan­de, das selbst zu tun – muss aber wohl dem Drän­gen der spa­ni­schen Po­li­tik nach­ge­ben.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.