UNTERNEHMEN

STREUVER­LUSTE

PFEIFER & LANGEN Die rheinische Süß-und-salzig-Dynastie gehört zu den reichsten und verschwiegensten Clans im Land. Nun steht die Sippe vor ihrer größten Herausforderung – die eigene Behäbigkeit zu besiegen.

Jahr­zehn­te­lang, im­mer pünkt­lich zu Weih­nach­ten, zahl­te der rhei­ni­sche Zu­cker­kon­zern Pfei­fer & Lan­gen (P & L) sei­nen etwa 1300 Be­triebs­rent­nern eine Gra­ti­fi­ka­ti­on von je 105 Euro. Per Post gab es noch ein Mar­zi­pan­tört­chen mit Fir­men­lo­go dazu – als Dank für treue Diens­te.

So nett das auch war, es wirkt ein we­nig aus der Zeit ge­fal­len, so wie der gan­ze süße Kon­zern. Woh­lig ein­ge­rich­tet in ei­nem Qua­si­mo­no­pol, ging der Clan der Pfei­fers und Lan­gens jahr­ein, jahr­aus sei­nen Ge­schäf­ten nach. An­stren­gen­des wie Kon­kur­renz, Welt­markt­prei­se oder mo­der­ne Be­triebs­ab­läu­fe – kann­te man nicht. Ein­zig das Auf und Ab des Wet­ters und des­sen Ein­fluss auf das Wachs­tum der Ge­mei­nen Rübe, aus der P & L sei­nen Zu­cker kocht, sorg­ten mal für leicht er­höh­ten Puls.

Das ist heu­te an­ders. Bei ei­ner der größ­ten und viel­leicht un­be­kann­tes­ten Un­ter­neh­mer­sip­pen des Lan­des lö­sen sich die Ge­win­ne auf wie Zu­cker im Kaf­fee. Im In­lands­ge­schäft, wo der Kon­zern frü­her as­tro­no­mi­sche Ren­di­ten ein­fuhr, soll P & L gar rote Zah­len schrei­ben. Grün­de sind eine ge­pfef­fer­te Kar­tell­bu­ße, die Li­be­ra­li­sie­rung des Zu­cker­mark­tes und, nicht zu­letzt, die ei­ge­ne Be­hä­big­keit. Nun scheint al­les denk­bar – bis hin zum Ver­kauf.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.