HEDONISTEN

Die Gegenwarts­kunst ist zurück

Pop-Art-Meister Alex Katz ist noch zu fairen Preisen zu haben.

ZEIT­GENÖSSI­SCHER KLAS­SI­KER Alex Katz er­fand die Pop-Art mit (Bild: „Sharon“ aus der Se­rie „Black Dress“, 2015)

Als Lar­ry Ga­gosi­an am 15. No­vem­ber um 18.55 Uhr braun ge­brannt und in strah­lend blau­em An­zug den Auk­ti­ons­saal von Chris­tie's in Man­hat­tan be­tritt und zu sei­nem Platz in Rei­he zehn am Mit­tel­gang schrei­tet, ist er noch ein Cham­pi­on in der höchs­ten Preis­ka­te­go­rie des Mark­tes: der Nach­kriegs- und Ge­gen­warts­kunst. Das teu­ers­te je ver­stei­ger­te Bild ist bis zu die­sem Zeit­punkt Pa­blo Pi­cas­sos „Frau­en von Al­gier“, das Chris­tie's 2015 für 179,4 Mil­lio­nen Dol­lar ver­kauf­te.

Doch kurz vor 20 Uhr hat sich der Kunst­markt für im­mer ver­än­dert. Ga­gosi­an dis­ku­tiert kopf­schüt­telnd mit sei­ner Be­glei­te­rin über das, was da so­eben pas­siert war. Los 9, das Bild „Sal­va­tor Mun­di“ aus der Werk­statt Leo­nar­do da Vin­cis, war ge­ra­de in ei­nem 19-mi­nü­ti­gen Bie­ter­kampf un­ter den Ham­mer ge­kom­men – für 400 Mil­lio­nen Dol­lar plus 50 Mil­lio­nen Dol­lar Ge­bühr. Das Bild ist da­mit deut­lich teu­rer als alle Twom­blys oder Roth­kos, die nun nie­man­den im Saal mehr in­ter­es­sier­ten.

Chris­tie's hat­te den al­ten Meis­ter in die Post-War-and-Con­tem­pora­ry-Ka­te­go­rie ver­scho­ben, um die Mar­ke da Vin­ci dort zu prä­sen­tie­ren, wo die Su­per­rei­chen shop­pen. Für den Käu­fer Sau­di-Ara­bi­en und das ver­bün­de­te Abu Dha­bi ist das Bild eine stra­te­gi­sche In­ves­ti­ti­on: Als Herz­stück des neu­en Lou­vre-Ab­le­gers soll es Tou­ris­ten an­lo­cken.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.