BO­XEN STATT SU­SHI Der Ham­bur­ger Stef­fen Hens­s­ler mu­tiert vom Fern­seh­koch zum All­zweck­fern­seh­star. Sei­ne neu­es­te Show „Schlag den Hens­s­ler“ hat mit Ko­chen nichts mehr zu tun.

LEBEN

ALLES NUR SHOW

GASTRONOMIE Mit Kochen allein kommt heute keiner mehr weit. Es sei denn, er kocht im Fernsehen. Die TV-Popularität hat so manchem Küchenchef zu einem kleinen Gastroimperium verholfen.

Zu den Chef­days Mit­te Sep­tem­ber in Ber­lin, dem Mini-Os­car für Spit­zen­kö­che, ka­men sie mal wie­der alle: Vla­di­mir Muk­hin aus dem „Whi­te Rab­bit“ in Mos­kau, vom Gour­met­ma­ga­zin „Rol­ling Pin“ ge­fei­ert als „der ku­li­na­ri­sche Zar der New Rus­si­an Cui­sine“, Platz 23 der „50 Best“-Lis­te, mit Hips­ter­dutt und Bart, zeigt ei­nen Wer­be­film, in dem kurz das Logo ei­ner rus­si­schen Au­to­mar­ke ein­ge­blen­det wird: „We have good food, good cars.“ Dann er­zählt er, wie er drei Tage die Wo­che im Land her­um­rei­se, um die rus­si­sche Kü­che wie­der­zu­ent­de­cken: Zwie­beln aus Jal­ta, Äpfel aus An­to­nov­ka, Schne­cken vom Schwar­zen Meer. „Wenn ich ko­che, muss das Es­sen aus­se­hen, als ob es aus der Zu­kunft kommt, schme­cken aber muss es wie Groß­mut­ters Kü­che.“ Ap­plaus.

Her­ein stürmt Nick Bril, in brau­ner Schür­ze, der Rock­star der Sze­ne. Ver­gan­ge­ne Nacht hat er noch im „Berg­hain“ auf­ge­legt, er ist ne­ben­bei DJ. Sei­ne Home­ba­se ist das „The Jane“, eine Fine-Di­ning-Bude in der Ka­pel­le ei­nes Mi­li­tär­kran­ken­hau­ses in Ant­wer­pen. Ge­kocht wird in ei­nem Glas­ku­bus im ehe­ma­li­gen Al­tar­raum. Brils Slo­gan, man ahnt es, lau­tet: „Food is our re­li­gi­on.“

Sein zwei­ter: Wenn du ein vol­les Haus ha­ben willst, musst du es kra­chen las­sen, in den so­zia­len Netz­wer­ken, im Fern­se­hen, auf al­len Ka­nä­len. 2018 macht er ein neu­es Re­stau­rant auf. Denn ko­chen kann Bril na­tür­lich auch, bei ihm gib­t's heu­te Lan­gus­ti­ne und Aus­ter, ma­ri­niert, mit Da­shi (ein Fischsud). Noch mehr Ap­plaus.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.