LEBEN

HIER JODELT DER YUAN

ALPEN Investoren aus Russland, Amerika und Arabien haben die Krise vieler Skiorte genutzt, um sich in die letzten Bergparadiese einzukaufen. Ein Luxushotel nach dem anderen wird dort in den Schnee gesetzt. Und nun kommen auch noch die Chinesen.

NEUE SPE­ZI­ES Nach dem Rot­wein ent­de­cken die Chi­ne­sen jetzt den Schnee (hier auf dem Tit­lis). 2022 rich­tet die Volks­re­pu­blik die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le aus, dann dürf­te der Hype so rich­tig aus­bre­chen.

Jetzt grei­fen sie auch noch nach La Gra­ve. Dem My­thos, ei­nem der letz­ten wil­den Ber­ge Frank­reichs, ei­ner der be­rüch­tigts­ten Free­ri­der­pis­ten der Welt. Schnee­si­cher, un­ver­dor­ben.

Aus­ge­rech­net das Groß­ka­pi­tal will sich in der 500-See­len-Ge­mein­de im Dépar­te­ment Hau­tes-Al­pes breit­ma­chen. Das Dorf, drei Stun­den von Genf ent­fernt, scheint ei­nem Film noir ent­sprun­gen: ge­duck­te Stein­häu­ser, ro­ma­ni­sche Kir­che aus dem elf­ten Jahr­hun­dert, Ei­sen­kreu­ze auf dem Fried­hof. We­der Lu­xus­ho­tels noch No­bel­bou­ti­quen, nicht mal eine Après-Ski-Dis­co. Der Le­bens­mit­tel­la­den „Sher­pa“ muss­te schlie­ßen, es gibt noch eine Piz­ze­ria, an ei­ner Ecke wird Ho­nig ver­kauft. La Gra­ve ist eine der ärms­ten Ge­mein­den Frank­reichs, aber auch eine der schöns­ten, am Fuß ge­wal­ti­ger Gip­fel, die hell im Mond­licht leuch­ten.

Lan­ge hieß es „Val­ley X“ oder „Val Ter­ces“ (Se­cret, rück­wärts ge­le­sen), da­mit es nur die fan­den, die wirk­lich Ski fah­ren kön­nen. Der Nord­hang des Glet­schers de la Mei­je gilt als eine der schwär­zes­ten Ab­fahr­ten über­haupt. Kei­ne Si­che­run­gen, kei­ne Pis­ten, Fel­sen, Eis­rin­nen, Steil­hän­ge, an man­chen muss man sich ab­sei­len. Eine ein­zi­ge, knapp 40 Jah­re alte Gon­del­bahn ru­ckelt auf 3200 Me­ter. Ab da gilt: „Good luck!“ Free­ri­der's Fan­ta­sy.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 1/2018.