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AUSWEITUNG DER KAMPFZONE

ELLIOTT Der US-Fonds ist der größte aktivistische Investor der Welt und der rabiateste zugleich. Seine Angriffe haben viele prominente Opfer gefordert. Nun will Elliott ins Herz der Deutschland AG vorstoßen. ThyssenKrupp wurde bereits im Handstreich genommen. Nahaufnahme einer gnadenlosen Clique.

DER PATE Paul Sin­ger ist der Kopf von El­liott. Sei­ne Mar­ken­zei­chen: hohe Kampf­be­reit­schaft und sehr viel Ge­duld.

Die Emis­sä­re der Kon­flikt­par­tei­en wa­ren um den An­schein von Fried­fer­tig­keit be­müht. Ul­rich Leh­ner (72), als Auf­sichts­rats­chef von Thys­sen­Krupp der Gast­ge­ber des Tref­fens, ver­si­cher­te, man stre­be „ein kon­struk­ti­ves Ar­beits­ver­hält­nis“ an. Sein Ge­gen­über Franck Tuil vom In­ves­tor El­liott ver­such­te sich eben­falls in kul­ti­vier­ter Rhe­to­rik. Sei­ne For­de­rung nach der Ab­lö­sung von Hein­rich Hie­sin­ger (58) als CEO von Thys­sen­Krupp kön­ne er mit ei­ner Ana­lo­gie aus dem Fuß­ball er­läu­tern: An­ge­sichts des Zu­stands des Ruhr­kon­zerns müs­se die Fra­ge nach der Qua­li­tät des lang­jäh­ri­gen Trai­ners doch viel­leicht er­laubt sein.

Tat­säch­lich durch­zog tie­fes Miss­trau­en das rund ein­stün­di­ge Ge­spräch an die­sem 27. Juni im wuch­ti­gen Haupt­quar­tier Thys­sen­Krupps: Leh­ner hat­te Lin­kla­ters-An­walt Ralph Woll­burg an sei­ne Sei­te ge­holt, ei­nen pro­fun­den Geg­ner El­liotts. Tuil wie­der­um hat­te zur Si­che­rung der Waf­fen­gleich­heit den Haus­ju­ris­ten Chris­to­pher Leo­nard mit­ge­bracht. Das Zah­len­werk, mit dem sie ihre Fun­da­men­tal­kri­tik an dem Kon­glo­me­rat un­ter­mau­er­ten, ga­ben sie lie­ber nicht aus der Hand. Leh­ner muss­te sich mit ei­ner Prä­sen­ta­ti­on auf dem iPad be­gnü­gen.

Nur we­ni­ge Tage spä­ter ent­lud sich die Span­nung. Zu­nächst schmiss Hie­sin­ger hin. Kurz dar­auf flüch­te­te Hals über Kopf auch Leh­ner – der mit al­len ver­füg­ba­ren Was­sern ge­wa­sche­ne Mul­ti­ma­na­ger der Deutsch­land AG. Noch we­ni­ge Wo­chen zu­vor hat­te er Fi­nanz­in­ves­to­ren als „vor­über­ge­hen­des Phä­no­men“ verzwergt, nun be­zich­tig­te er sie des „Psy­cho­ter­rors“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2018.