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DER PANNENGIGANT

WIRTSCHAFTSPRÜFER Beim Testat- und Beratungsmulti KPMG jagt ein Skandal den nächsten. Es droht der Abstieg aus der Topliga. Was ist da bloß los?

AB­FAHRT VER­PASST KPMG-Zen­tra­le in Frank­furt

Die Dan­kes­mail von Mo­ses Kgo­sa­na trief­te vor Er­ge­ben­heit. „Noch nie habe ich et­was ähn­lich Spek­ta­ku­lä­res er­lebt“, schrieb der Süd­afri­ka-Chef der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft KPMG, „und das wird sich ver­mut­lich auch für den Rest mei­nes Le­bens nicht än­dern, weil es ein Jahr­tau­sen­der­eig­nis war.“

Der Adres­sat der ent­zück­ten Zei­len war der in­disch-süd­afri­ka­ni­sche In­dus­tri­el­len­clan der Gupt­as, der den dank­ba­ren KPMG-Gran­den auf ei­ner Hoch­zeit der be­son­de­ren Art ver­kös­tigt hat­te. Eine Air­bus-Ma­schi­ne vom Typ SE A330, aus­ge­stat­tet mit ei­ner Son­der­lan­de­er­laub­nis für ei­nen Luft­waf­fen­stütz­punkt nahe Pre­to­ria, flog mehr als 200 Gäs­te aus In­di­en nach Süd­afri­ka ein. Ein Kon­voi aus Po­li­zei­fahr­zeu­gen ge­lei­te­te die Gäs­te di­rekt vom Roll­feld zu den Hoch­zeits­fei­er­lich­kei­ten in Sicht­wei­te der Ka­si­nos von Sun City. Auf der Gäs­te­lis­te ganz oben stan­den der da­ma­li­ge Staats­prä­si­dent Ja­cob Zuma (der sich am Ende aber ent­schul­di­gen ließ) so­wie 18 sei­ner Mi­nis­ter plus 12 Staats­se­kre­tä­re.

Den Su­per­la­tiv hat die Hoch­zeit tat­säch­lich ver­dient. Aber ganz an­ders, als es KPMGs Süd­afri­ka-Statt­hal­ter Kgo­sa­na in sei­ner Mail im Sinn hat­te. Heu­te, fünf Jah­re spä­ter, steht die Fa­mi­li­en­fei­er im Zen­trum ei­ner Kor­rup­ti­ons­af­fä­re, die Zuma aus dem Amt feg­te, das Gupta-Im­pe­ri­um zu Fall brach­te und KPMG, die Num­mer vier der glo­ba­len Wirt­schafts­prü­ferkon­glo­me­ra­te, in eine tie­fe Kri­se stürz­te.

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