TRENDS

„WIR MÜSSEN ENDLICH AUFWACHEN“

STANDORT Start-up-Investor Klaus Hommels lobt Chinas Besessenheit und sorgt sich um die Zukunft der Deutschen.

GOLD­JUN­GE Klaus Hom­mels be­wies früh ein Händ­chen für gute Deals. Zu Hau­se in Mön­chen­glad­bach drück­te ihm sei­ne Oma die ers­ten 20 000 Mark Start­ka­pi­tal in die Hand. Mit sei­ner Fa­mi­lie lebt Hom­mels heu­te in Zü­rich.

Es ist ein hei­ßer Diens­tag im Au­gust, als ma­na­ger ma­ga­zin Klaus Hom­mels (51), ei­nen der er­folg­reichs­ten Tech­in­ves­to­ren Eu­ro­pas, in sei­nem Hin­ter­hof­bü­ro in Ber­lin-Mit­te trifft. Wäh­rend des Ge­sprächs wird er zwei Li­ter Was­ser trin­ken. Am Hand­ge­lenk trägt Hom­mels ein Freund­schafts­bänd­chen in Deutsch­land­far­ben, das ihm sei­ne Toch­ter ge­schenkt hat. Da­mit kei­ne Zwei­fel auf­kom­men, für wen sein Fuß­ball­herz schlägt. Hom­mels gab zu­letzt im­mer wie­der den Pa­trio­ten, der Eu­ro­pas Ein­fluss im Di­gi­tal­zeit­al­ter schwin­den sieht. Das macht er nicht ganz ohne Kal­kül: Er ist ge­ra­de auf Wer­be­tour für den drit­ten Fonds sei­ner Wag­nis­ka­pi­tal­ge­sell­schaft (VC) Lake­star, für den er auch deut­sche Un­ter­neh­mer­fa­mi­li­en ge­win­nen will. Den Ruf als VC-Le­gen­de hat er sich mit frü­hen Be­tei­li­gun­gen an heu­ti­gen Mil­li­ar­den­kon­zer­nen wie Face­book oder Spo­ti­fy ver­dient.

MM Herr Hom­mels, wie ka­putt ist Face­book?

KLAUS HOM­MELS Es ist eine Gna­de, dass ich heu­te dort kaum mehr Ein­blick habe. Als ich vor zehn Jah­ren bei Face­book ein­stieg, fas­zi­nier­ten mich so­zia­le Netz­wer­ke ein­fach. Das war da­mals ein ech­ter Me­ga­trend! An­ders als Pio­nie­re wie Fri­ends­ter oder MyS­pace hat Face­book von An­fang an auf Klar­na­men ge­setzt – also auf Voy­eu­ris­mus. Des­halb ging das schnell durch die De­cke. Als die dann auch noch die API ein­ge­führt ha­ben, eine Schnitt­stel­le für Spie­le, Apps und an­de­re Soft­ware von Drit­t­un­ter­neh­men, woll­te ich un­be­dingt in­ves­tie­ren. Die­se Idee, die Face­book ge­gen In­no­va­tio­nen von au­ßen im­mu­ni­siert hat, war der Aus­lö­ser.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 10/2018.