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DAS ENDE DES CLOWNS

PORTRÄT In der Stunde der Not entdeckt Ryanair-Boss Michael O'Leary eine neue Rolle: den gereiften Manager. Hält er das durch?

SPASS­MA­CHER A. D. Jah­re­lang hat­ten Fo­to­gra­fen Mühe, Mi­cha­el O'­Lea­ry ein­mal ernst ab­zu­lich­ten (hier bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz in Ita­li­en). In­zwi­schen zeigt der Rya­nair-Boss sich öf­ter nach­denk­lich.

Da sage noch ei­ner, Mi­cha­el O'­Lea­ry sei nicht ent­ge­gen­kom­mend! Der Rya­nair-Boss ist aus sei­nem Büro im Dub­li­ner Haupt­quar­tier her­un­ter­ge­eilt, um den Re­por­ter selbst in Emp­fang zu neh­men: „Hi, wel­co­me!“ Ein kräf­ti­ger Hän­de­druck, dann geht es noch ge­schwind zu ei­nem Ab­ste­cher in die Ca­fe­te­ria. „Kar­tof­fel­ta­schen? Würst­chen?“ O'­Lea­ry zeigt auf die nahr­haf­ten Spei­sen, mit de­nen die Iren sich schon mor­gens stär­ken, und bit­tet, reich­lich zu neh­men. Wei­ter zur Kas­se und zum ers­ten Spruch des Ta­ges: „Cars­ten Sp­ohr“, fällt ihm der Luft­han­sa-Chef ein, „hat Ih­nen be­stimmt noch nie ein Früh­stück aus­ge­ge­ben.“

So ist er nun mal, zu­min­dest aus ei­ge­ner Sicht – groß­zü­gi­ger, als vie­le den­ken.

Tat­säch­lich hät­te Mi­cha­el O'­Lea­ry in letz­ter Zeit eine Un­men­ge Früh­stü­cke aus­ge­ben müs­sen, um die Skep­ti­ker zu über­zeu­gen. Seit gut ei­nem Jahr geht eine Kas­ka­de der Kri­tik auf ihn nie­der, „auch we­gen un­se­rer ei­ge­nen Feh­ler“, wie er zu­gibt. Der Flug­plan brach aus­ein­an­der, weil Pi­lo­ten fehl­ten. Das Ma­nage­ment hat­te of­fen­bar über­se­hen, dass vie­le Flug­zeug­füh­rer ab­ge­wan­dert wa­ren, weil an­de­re bes­ser zah­len. Über Mo­na­te hin­weg fie­len Tau­sen­de Flü­ge aus – Cha­os­ta­ge bei ei­ner Flug­li­nie, die sich stets ih­rer Zu­ver­läs­sig­keit rühm­te.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2018.