TRENDS

FREUNDLICHE ÜBERNAHME

WIRTSCHAFT Während die Volksparteien mit sich selbst beschäftigt sind und viele Unternehmensführer lavieren, baut die IG Metall ihre Macht aus. Sie fordert Konzerne wie Siemens, dominiert ThyssenKrupp und VW und gibt die Industriepolitik vor. So war das nie gedacht – Kapitalismus verkehrt.

DER BOSS Seit 2015 ist Jörg Hof­mann Vor­sit­zen­der von Eu­ro­pas größ­ter Ein­zel­ge­werk­schaft. Kein Mit­rei­ßer, eher ein Stra­te­ge. 2019 tritt er wohl zur Wie­der­wahl an.

Vorm Werks­tor von Sie­mens in Gör­litz herrscht an die­sem No­vem­ber­mor­gen nor­mal­täg­li­che Ruhe, ein­zig der Ver­kehr auf der Lu­ther­stra­ße dröhnt. Jan Otto al­ler­dings traut dem Frie­den nicht. „Wir blei­ben in Acht­sam­keits­hal­tung“, sagt er.

„Held von Gör­litz“ wird er ge­nannt. 37 Jah­re alt, lan­ge blon­de Haa­re, grau­es Hemd, schwar­zes Ja­ckett. Ein ge­lern­ter Lok­füh­rer, der hier in Ost­sach­sen die Ge­schäf­te der IG Me­tall lei­tet. „Ers­ter Be­voll­mäch­tig­ter“ heißt die Be­rufs­be­zeich­nung in der Hier­ar­chie der Ge­werk­schaft, wo­bei der Mit­tel­teil „mäch­tig“ zwei­fel­los den Kern aus­macht – und den der fol­gen­den Ge­schich­te.

Ein­ein­halb Jah­re hat Otto da­für ge­kämpft, dass der Sie­mens-Stand­ort in Gör­litz er­hal­ten bleibt. Jan Otto ge­gen Joe Ka­e­ser (61), den Chef des zweit­größ­ten deut­schen Kon­zerns. Ein Me­tall­knap­pe ge­gen Kö­nig Joe.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2018.