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GRÜN UND GERISSEN

IMPACT-INVESTING Der Trend zur guten Geldanlage erreicht den Massenmarkt. Leider oft nur als teurer Werbegag mit unhaltbaren Versprechen.

HEIM­LI­CHER TECH­FONDS Der Fonds Öko­vi­si­on hält Nvi­dia, ei­nen Chi­plie­fe­rer für strom­fres­sen­de Bit­co­in-Mi­ner

Deu­tsch­lands Pio­nier der gu­ten Geld­an­la­ge macht gleich zu Be­ginn des Te­le­fo­nats klar, wie er die Welt ord­net. Er be­ant­wor­te gern die Fra­gen, sagt Al­fred Pla­tow (72), Grün­der des Fonds­an­bie­ters Öko­world, „wenn Sie sich trau­en, mit ei­nem So­zi­al­ar­bei­ter und Er­zie­hungs­wis­sen­schaft­ler die­ses Ge­spräch zu füh­ren“. Wenn man da­ge­gen nur „mit fi­nanz­ab­hän­gi­gen BW­Lern und VW­Lern“ aus­kom­me, warnt er, „dann habe ich ein Pro­blem“. Im Lau­fe des ein­stün­di­gen Ge­sprächs wird er „Stopp! Stopp! Stopp! Hö­ren Sie auf!“ ru­fen und mehr­fach da­mit dro­hen, das Te­le­fo­nat ab­zu­bre­chen, be­son­ders bei Fra­gen nach den Ge­büh­ren sei­ner Fonds. Schließ­lich wird Pla­tow die Un­ter­hal­tung tat­säch­lich ab­rupt be­en­den, nach­dem er dem Ge­sprächs­part­ner ei­nen Be­rufs­wech­sel na­he­ge­legt hat ("Ma­chen Sie Pre­dig­ten in der ka­tho­li­schen Kir­che, da pas­sen Sie hin.").

Aber der Rei­he nach.

In sei­ner Selbst­dar­stel­lung ist Pla­tow noch im­mer der Kämp­fer ge­gen die geld­gie­ri­gen Kra­wat­ten­trä­ger in den Fi­nanz­kon­zer­nen. Ob­wohl er in­zwi­schen ei­nen Ver­si­che­rungs­mak­ler und Fonds­an­bie­ter mit ei­nem Bör­sen­wert von mehr als 100 Mil­lio­nen Euro führt, spricht er am liebs­ten über sei­ne An­fän­ge als „So­zi­al­ar­bei­ter des Gel­des“ zwi­schen be­setz­ten Häu­sern und Kin­der­lä­den im Düs­sel­dorf des Jah­res 1975. Er habe „gar kei­nen Bock dar­auf“, reich zu sein, sag­te er 2016. Sei­ne 20 Pro­zent der An­tei­le wa­ren da al­ler­dings rech­ne­risch auch schon ei­nen zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag wert. Für 2017 er­hielt er 900.000 Euro Di­vi­den­de, zu­sam­men mit den 12.000 Euro Mo­nats­ge­halt macht ihn das zum Ein­kom­mens­mil­lio­när. Pla­tow, so darf man ver­mu­ten, ist Deutsch­lands best­be­zahl­ter „So­zi­al­ar­bei­ter“.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2018.