PLATZ­NOT So groß kann die Woh­nung gar nicht sein, um stän­dig neue „Klas­si­ker“ auf­zu­neh­men

LEBEN

DAS RÄUMKOMMANDO

DESIGN Wandfarben, Bodenschmuck, Stühle, noch ein Tisch – ein Trend jagt den nächsten, ständig wird neu gekauft und umdekoriert. Eine Reportage aus der Welt des Wohnwahnsinns.

Ach, wür­den sie nur wie­der über Bär­te re­den! Und dar­über, wo es in Ber­lin den bes­ten hand­auf­ge­gos­se­nen, ja­pa­nisch ge­fil­ter­ten Kaf­fee gibt. Klas­si­schen Hips­ter-Kom­pe­tenz­kram.

Aber nein, die bei­den Mitt­zwan­zi­ger am Re­stau­rant­ne­ben­tisch re­den über: Wand­far­be. Teu­re, schwerst ge­hyp­te Wand­far­be, na­ment­lich die bei­den Farb­tö­ne „Ele­phan­t's bre­ath“ und „Bone“ des bri­ti­schen Her­stel­lers Far­row & Ball, bei­des fahl­beige Nu­an­cen, zwi­schen de­nen sich der Schmäch­ti­ge­re der Her­ren par­tout nicht ent­schei­den kann: Ei­gent­lich woll­te er sein Schlaf­zim­mer in „Sul­king Room Pink“ strei­chen, so ein gräu­li­ches Pu­der­ro­sa, das ist ge­ra­de erst raus­ge­kom­men. Aber der Mann im Far­row-&-Ball-La­den habe ihm ab­ge­ra­ten: „Die­se Far­be ver­steht nicht je­der.“ Und will man das wirk­lich ris­kie­ren?

Heu­te dis­ku­tie­ren jun­ge Men­schen so le­bens­ernst über Wand­far­be, wie es die Ge­ne­ra­ti­on zu­vor höchs­tens über die ei­ge­ne Lieb­lings­band tat. Sie schrei­ben aus­führ­lich-er­schöpf­te Blog­posts über ihre nun end­lich er­folg­rei­che Hatz nach dem per­fek­ten Beni-Ou­rain-Ber­ber­tep­pich, je­ner creme­far­be­nen Aus­le­ge­wa­re mit dem mar­kan­ten schwar­zen Rau­ten­mus­ter, sie bal­gen sich in Pop-up-Shops in Ber­lin-Mit­te um grün­lich gla­sier­te Müs­li­scha­len aus ei­ner por­tu­gie­si­schen Ma­nu­fak­tur. Und wenn man ih­nen da­bei zu­hört und zu­sieht, fragt man sich, wo die­se mö­bel­be­ses­se­nen Men­schen – und die­ser neue Markt – plötz­lich her­kom­men.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2018.