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DIE FEHLERKETTE

LIDL Sinkende Marktanteile in Deutschland, eine verpfuschte Expansion in die USA, abgewickelte Digitalprojekte – der Erfolgsfaden von Konzernchef Klaus Gehrig ist gerissen. Nun suchen der Discounter und die Schwestergesellschaft Kaufland einen Neuanfang.

DIS­COUNT­KA­THE­DRA­LE Lidl-Fi­lia­le in Cul­pe­per, Vir­gi­nia, vor der Er­öff­nung

Schön­re­den liegt Klaus Geh­rig (69) nicht. „Eine ein­zi­ge Ka­ta­stro­phe“ sei der Markt­ein­tritt des Dis­coun­ters Lidl in den USA, schimpft er im klei­nen Kreis. Ge­gen­über dem ma­na­ger ma­ga­zin drückt sich der Herr über welt­weit rund 10 450 Lidl- und Kauf­land-Fi­lia­len und fast 400 000 Mit­ar­bei­ter et­was zu­rück­hal­ten­der aus: Es sei „das eine oder an­de­re schief­ge­gan­gen“ jen­seits des At­lan­tiks.

Wohl wahr: Ein hilf­lo­ses Ex­pan­si­ons­team, zu weit­läu­fi­ge und zu teu­re Ge­schäf­te, über­dies an fal­schen Stand­or­ten, und letzt­lich ent­täu­schen­de Um­sät­ze – das ist Lidl in Ame­ri­ka.

Den mil­li­ar­den­schwe­ren An­lauf in die USA nach nur neun Mo­na­ten für ver­patzt zu er­klä­ren ist ein Fi­as­ko für die Schwarz-Grup­pe und ein her­ber Rück­schlag für Klaus Geh­rig, de­ren er­folgs­ver­wöhn­ten Chef. 2016 hat­te ihn eine Jury von ma­na­ger ma­ga­zin zum Ma­na­ger des Jah­res ge­wählt. Ei­ner­seits für sei­ne Le­bens­leis­tung, an der die ak­tu­el­len Pro­ble­me nichts än­dern. An­de­rer­seits er­hielt er die Aus­zeich­nung für sei­nen Mut, als ei­ner der ers­ten bun­des­weit ope­rie­ren­den Le­bens­mit­tel­händ­ler ins On­line­busi­ness ein­zu­stei­gen und gleich­zei­tig den Schritt über den At­lan­tik zu wa­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.