BLOCK DES AN­STOS­SES Der Pan­nen­mei­ler im el­säs­si­schen Fes­sen­heim

UNTERNEHMEN

KOLOSSALER STÖRFALL

EDF Frankreichs Präsident Emmanuel Macron braucht für seine Energiewende den staatlichen Strom- und Atomgiganten. Doch der steckt in der Krise – und spielt russisches Roulette.

Der Atem ge­friert, bil­det Wol­ken wie ein Kraft­werks­kühl­turm. Jean (61) wech­selt von ei­nem Bein aufs an­de­re. Der pen­sio­nier­te Win­zer aus dem 600-Ein­woh­ner-Dorf Weckols­heim harrt an die­sem kna­ckig kal­ten De­zem­ber­sams­tag vor der Po­li­zei­sta­ti­on im el­säs­si­schen Col­mar aus, ei­nem dun­kel ver­glas­ten Zweck­bau. Wie rund 60 Lei­dens- und Ge­sin­nungs­ge­nos­sen, die auf dem Trot­toir der Rue de la Ca­va­le­rie eine wohl­ge­ord­ne­te Rei­he bil­den.

Sie alle wol­len An­zei­ge er­stat­ten. Mon dieu, es geht ge­gen den Re­gie­rungs­chef. Ge­gen den Um­welt­mi­nis­ter. Und ge­gen den staats­ei­ge­nen Atom­gi­gan­ten EDF, der auf den Re­spekt ein­flö­ßen­den Na­men Electri­cité de Fran­ce hört. Das De­likt: Ge­fähr­dung Drit­ter. Den Pan­nen­mei­ler Fes­sen­heim, mit sei­nen 40 Jah­ren auf dem Re­ak­tor­bu­ckel, emp­fin­den sie im Drei­län­der­eck Frank­reich-Deutsch­land-Schweiz seit Lan­gem als „täg­li­che Be­dro­hung“ (Jean).

Jean, der Re­ben­ren­tier, mar­schiert seit den 70er Jah­ren ge­gen das Kraft­werk. Er trägt eine brau­ne Woll­müt­ze und eine un­schein­ba­re Ni­ckel­bril­le über dem dich­ten, lan­gen grau­en Bart. Grü­ner Par­ka, grü­ne Um­hän­ge­ta­sche, in der er das Equip­ment für die Selbst­ge­dreh­ten auf­be­wahrt – der Mann ist fleisch­ge­wor­de­ne De­mons­tra­ti­ons­kul­tur.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer manager-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 2/2018.